Orange Week

Öffentliche Konferenz in Luxemburg zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Advertisements

Intentionen von Gewalt

Hartnäckig hält sich die Annahme, dass Gewalt gegen Frauen(häusliche Gewalt), ausgeübt von Männern, i.d.R. von ihren Partnern, aus Machtbestreben besteht. Also dass die Männer die Macht über ihre Partnerin auf-und/oder ausbauen oder zurück gewinnen möchte. Auf jeden Fall geht es um Macht, um die Frauen zu unterdrücken.

Es gibt natürlich böse und sadistische Männer, mit krimineller Energie oder denen es Spaß macht andere Menschen zu quälen. Die Einen gehören angeklagt und vors Gericht gestellt und die anderen behandelt und/oder in die Psychiatrie überführt.

Ich will über die Mehrzahl von Männer reden, die so sind wie du und ich. Und diesen Männern geht es nicht um Macht, sondern um Ohnmacht und Hilflosigkeit. Genauer genommen, geht es Ihnen um die Abwehr deren. Diese beiden Zustände sind sehr schwer auszuhalten, besonders für Männer, da diesen doch seit Kindertagen erzählt wird, wie stark sie sind und was sie zu tun haben um echte Männer zu werden. Ein Mann, der nicht mehr weiter weiß, der sich nicht(mehr) zu helfen weiß, ist schwach. Und welcher Mann, will schon schwach sein!?

Es ist natürlich falsch andere für seine eigenen Probleme und Schwierigkeiten verantwortlich zu machen und die vermeintlich Schuldigen anzugehen. Ihre irrige Lösung für ihr Problem liegt genau hier; mit einem Schlag, im doppelten Sinne des Wortes, erlangt er seine Handlungsfähigkeit zurück.

Die Beratung setzt hier an; die meisten Männer sind entsetzt darüber, was sie da tun und wissen, dass es falsch ist. In der Gewaltberatung/Tätertherapie   lernen die Männer sich ihrer Hilflosigkeit zu stellen und die Verantwortung für die Lösung ihres Problems selbst in die eigenen Hände zu nehmen.

Weiterführende Links zum Thema häusliche Gewalt und Täterarbeit:

Hotline für gewalttätige Menschen

Fachverband für Gewaltberater/Tätertherapeuten

PhaEmoPraxis®Lëtzebuerg

Institut Lempert Hamburg/Wien

Sexualität und Gewalt

Heute interessiert mich eher der semantische Aspekt dieser Gewalt, als der Inhaltliche.

Sprechen wir von sexueller Gewalt oder von sexualisierter Gewalt!?

Vielleicht sagt der Eine oder Andere, das ist doch gleich. Die beiden Begriffe bedeuten doch das Gleiche.

Ja stimmt, die beiden Begriffe reden von den gleichen Dingen, von Sex und Gewalt.

Und doch möchte ich auf einen wesentlichen Aspekt aufmerksam machen.

Ich plädiere dafür ausschließlich den Begriff sexualisierte Gewalt zu benutzen.

Sexuelle Gewalt macht klar um was es geht, um Sex und Gewalt!

Sexualisierte Gewalt dagegen zeigt klar auf, dass eine Person die Gewalt sexualisiert und dafür die Verantwortung trägt. Nicht die Gewalt an sich ist sexuell, sondern sie wird sexuell gemacht.(Kavemann 1996)

Heynen (2000) benennt den Unterschied folgendermaßen: »Sexualisierte Gewalt betont primär, dass die Gewalt im Vordergrund steht und sexualisiert wird. Sexuelle Gewalt hebt im Vergleich zu physischer und psychischer Gewalt hervor, dass die Gewalt mit sexuellen Mitteln ausgeübt wird.

Sexualisierte Gewalt hat nichts mit Sex zu tun, sowenig wie eine VerGEWALTigung etwas mit Sex zu tun hätte. Sie hat etwas, wie der Name es bereits sagt, mit Gewalt.

Das interessante daran ist der Fingerzeig auf die Verantwortung, die derjenige trägt, der sexualisierte Gewalt ausübt. Das entspricht genau meinem Arbeitsansatzes – die Gewalt dort zu bekämpfen, wo sie entsteht – beim Täter_in.

(Teile dieses Postings entstammen einer Facharbeit, deren Quelle mir unbekannt ist)

Hotline

 

Die Euline wurde in ihren Anfängerjahren(2002) mit diesem Spot beworben. Damals war die Hotline noch ein Pilotprojekt und wurde von der EU mit Geldern finanziert und unterstützt.

Heute 15 Jahre später sind wir immer noch aktiv und die Hotline funktioniert, d. h. es rufen Leute(Frauen u. Männer) an, die gewalttätig sind und Hilfe suchen. Wir, Telefonberater, vermitteln diese Menschen weiter an Kollegen vor Ort.

Die Eupax ist eine gemeinnützige GmbH und ist auch der Träger der Hotline.

Ein Erstgespräch findet statt und die Beratung kann beginnen.

Rufen sie uns an!

Mo.- Fr. von 9:00- 17:00

26 62 12 11(L)

01805 43 92 58(D)

Weiterführende Links:

Europäischer Fachverband Gewaltberater_innen und Tätertherapeut_innen

Institut Lempert Hamburg/Wien

PhaEmoPraxisLëtzebuerg

Eskalation der Gewalt

Häusliche Gewalt ist ein Prozess, eine Entwicklung zwischen zwei oder mehreren Personen. Der zeitliche Rahmen ist unterschiedlich.

Gewalttäter_innen identifizieren sich selten mit den Täter_innen, welche in den Medien auftauchen und ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Ähnlich, wie alle Autofahrer, welche keine Raser sind und sich von entsprechenden Artikeln oder TV-Berichten nicht angesprochen fühlen.

Ohne es tatsächlich zu wissen, wird der Mann, im verlinkten Artikel, am Anfang seiner Gewaltkarriere weniger gewalttätig gewesen sein, als jetzt. Weder seine Frau, noch er selbst, werden geahnt haben, welche Dimensionen dies erreichen wird.

Wir Menschen sind von Natur aus friedfertig. Gewalt dient (fast) ausschließlich der Verteidigung des eigenen Lebens oder das eines anderen Menschen. Um überhaupt Gewalt ausüben zu können, müssen wir das erst lernen. Soldaten und Polizisten wissen das; ihnen wird diese natürliche Hemmschwelle abtrainiert, damit sie im Ernstfall tätig werden können. Ist diese Hemmschwelle erst einmal überwunden, verringert sie sich und bei jeder Gewalttat, ein Stück mehr.

Es wird nicht besser werden! Die meisten gewalttätigen Menschen schlagen erneut, obwohl sie versuchen ihre Gewalt zu reduzieren oder einzustellen. Die Umstände und vor allem die inneren Empfindungen und die Sicht der Dinge bleiben gleich.

Warten sie nicht ab, in der Hoffnung, daß sie sich im Griff haben, bzw. dass der oder die Gegenüber sich ändern werden. Wenn sie in der Situation verharren, wird es schlimmer und häufiger werden!

Lassen Sie dies nicht zu, holen sie sich Hilfe!

Direkt hier bei mir: PhaEmoPraxis Lëtzebuerg

oder bei der Euline unter der Nummer 26 62 12 11 für Luxemburg

und unter folgender Nummer, wenn sie aus Deutschland anrufen:

01805 43 92 58

Viel Erfolg beim Beenden ihrer Gewalt.