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Pädokriminelle!?

In letzter Zeit vermehrt, kann mann/frau auf fb und anderswo ganze Hasstiraden gegen Pädokriminelle lesen.

Ist es ein Täter, so bewegen sich die Kommentare von lebenslänglich einsperren, über Schwanz ab bis zur Wiedereinführung der Todesstrafe.

Ist eine Täterin, so findet mann/frau in den Kommentaren oft Bestürzung und Mitleidsbekundungen für die Opfer.

Ich kann dies sehr gut nachvollziehen und ich ertappe mich ebenfalls dabei, solche Rachefantasien zu haben. Dann frage ich mich allerdings, wo die herkommen und zu was sie nütze sind!?

Wir neigen dazu unseren Gedanken und Ideen nachzugehen, die durch Interpretationen und Bewertung entstehen und durch unsere erlebten Beziehungserfahrungen geprägt sind. Wir erfahren Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung, welche wir mit Gewalt bekämpfen wollen.

Wir geben unsere Verantwortung an andere ab; an unsere Kinder, die nein sagen und fühlen sollen, an unsere Regierungen und Gerichte, die die Übeltäter stärker bestrafen sollen oder gar, wir nehmen das Gesetz selbst in die Hand und erlangen so unsere Handlungsfähigkeit zurück. Ob das jedoch unseren Kindern hilft, ist äußerst fragwürdig.

Die angemessenen Gefühle sind Wut und Trauer; Wut, dass das, was da passiert, nicht in Ordnung ist und dass, wir alle da gefordert sind Abhilfe zu schaffen. Traurig über das Leid, das unseren Kindern angetan wurde und dafür Sorge tragen, dass dies aufhört.

Die meisten Kinder, welche Opfer sexueller Gewalt werden, sind vernachlässigte Kinder, von denen einige bereits Gewalterfahrungen gemacht haben. Hier gilt es anzusetzen, denn Kinder, die in liebevollen und aufmerksamen Beziehungen leben, werden seltener Opfer!

Aus der Praxis

Ich habe einen Klienten verloren. Wir haben uns, aus organisatorischen Gründen drei Mal, über einen Zeitraum von 2 Monaten, getroffen.

Ich konnte ihn nicht erreichen und eine tragfähige Beziehung kam nicht zu Stande. Wir waren nicht ausreichend im Kontakt.

Ich finde dies traurig und schade.