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Hotline

 

Die Euline wurde in ihren Anfängerjahren(2002) mit diesem Spot beworben. Damals war die Hotline noch ein Pilotprojekt und wurde von der EU mit Geldern finanziert und unterstützt.

Heute 15 Jahre später sind wir immer noch aktiv und die Hotline funktioniert, d. h. es rufen Leute(Frauen u. Männer) an, die gewalttätig sind und Hilfe suchen. Wir, Telefonberater, vermitteln diese Menschen weiter an Kollegen vor Ort.

Die Eupax ist eine gemeinnützige GmbH und ist auch der Träger der Hotline.

Ein Erstgespräch findet statt und die Beratung kann beginnen.

Rufen sie uns an!

Mo.- Fr. von 9:00- 17:00

26 62 12 11(L)

01805 43 92 58(D)

Weiterführende Links:

Europäischer Fachverband Gewaltberater_innen und Tätertherapeut_innen

Institut Lempert Hamburg/Wien

PhaEmoPraxisLëtzebuerg

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Eupax Tagung

Am vergangenen Wochenende haben sich in Ludwigshafen/Rhein um die 30 PhaEmoBerater- Gewaltberater und Therapeut _innen aus Deutschland, Schweiz, Österreich und Luxemburg zu dem ersten Fachtag der Eupax getroffen. Bis heute war ich oft der einzige Luxemburger bei solchen oder ähnlichen Treffen, jedoch dieses Mal waren gleich 3 Kolleginnen mit dabei. Nächstes Jahr wird ein weiterer Kollege die Ausbildung beenden und dazu stoßen.

Ich habe viele mir bekannte und liebe Kolleg_innen und Freunde dort getroffen, aber auch neue Bekanntschaften machen dürfen.

Da wir zwar die gleiche Ausbildungen genossen haben, zum Teil auch mit dem gleichen Ausbilder, so arbeiten wir doch in sehr verschiedenen Arbeitsgebieten und mit unterschiedlichen Klientel. Es gibt daher Unterschiedlichkeiten und auch Gemeinsames, welches zu einem regen Ausstausch führte, der sehr ergiebig war. Ich habe interessante und erfüllende Tage erlebt und die Tagung war zwar die Erste ihrer Art, jedoch nicht die Letzte.

https://lnkd.in/gabWuMC

Was kostet Beratung?

Die wenigsten aus meinen Ausbildungsgruppen können mit einer reinen Beratertätigkeit ihren Lebensunterhalt finanzieren. Diejenigen,  welche Beratung, in privaten Praxen, anbieten, tun dies nebenberuflich. Sowie ich auch. Einige werden bezuschusst durch verschiedene Auftraggeber(z. B. Jugendamt; Justiz u.a.)

Die meisten sind auf sogenannte Selbstzahler angewiesen. Ich stelle jedoch oft fest, daß die Leute, die bei mir aufschlagen, sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden und mein Honorar nicht bezahlen können oder wollen.  Das Ende vom Lied ist, daß die Beratung nicht stattfindet und der Betreffende, wohl oder übel, weiterhin gewalttätig ist. Das bedeutet nicht zwangsläufig, daß diese Menschen beraterresistent sind oder Beratung grundsätzlich ablehnen.

Ich nehme 75.- € pro 45′. Den meisten ist das zuviel. Ich müsste meinen Tarif noch höher ansetzen, wenn ich all meine direkten und indirekten Kosten berücksichtigen würde.  Doch dann, hätte ich noch weniger Klienten, bzw. gar keine mehr.

Bedeutet dies nun, daß nur in den sogenannten sozialschwachen Gesellschaftsschichten, hinter den eigenen 4 Wänden, geschlagen wird!? Nein, dies ist nicht der Fall. Häusliche Gewalt ist ein Vergehen, welches in allen Schichten zahlenmäßig gleich ist.  Nun, warum finden diese Menschen den Weg in die Beratung nicht? Nun ich denke, ich kann diese Menschen nicht erreichen – sie wissen nicht, dass es mich gibt! Tja und Werbung kostet wiederum Geld.

Die Euline ist eine Hotline an die sich gewalttätige Menschen wenden können, wenn sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Die Telefonberater dieser Hotline verweisen auch an mich( PhaEmoPraxis Lëtzebuerg  ). Doch auch hier scheitert das Ganze am Geld. Oder kennen Sie die EULINE oder die Telefonnummer? Nein, sie kennen sie nicht! Damit dieser anonyme Zugangsweg funktionieren kann, muß er in der Bevölkerung bekannt sein und sie ahnen es bereits, das kostet Geld, welches der Träger dieser Hotline nicht hat.  Und ich auch nicht.

Ich bin etwas vom Thema abgekommen, aber dies war mir jetzt wichtig.

10 Jahre Euline – Gewalthotline

Wolfsburg. Der europäische Fachverband für Gewaltberatung und Tätertherapie eupax feierte 2014 das 10-jährige Bestehen seiner Gewalthotline.
In der Auswertung der jahrelangen Arbeit wird die Bedeutsamkeit für die Beendigung von Gewalt und damit für einen nachhaltigen Opferschutz deutlich. Die Wahrung der Anonymität der Anrufer und die professionelle und kompetente Erstberatung am Telefon ermöglichen einen Einstieg in eine weitergehende Begleitung durch eine regionale Beratungsstelle. Wirksamer Opferschutz setzt somit bei den Verursachern von Gewalt an: den Menschen, die Gewalt ausüben.

Im Rahmen dieses Jubiläums treffen sich Mitglieder der eupax mit Vertretern_innen der Justiz in Wolfsburg zu einem Fachgespräch. Thema der Veranstaltung ist ¨Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern¨. Hier sollen Möglichkeiten des Zusammenspiels von justizieller Sanktionierung und der Befähigung zur Veränderung durch professionelle Beratung und Therapie von Tätern_innen dargestellt und erörtert werden.

Dass häusliche Gewalt auch Jahre nach umfangreichen Gesetzesänderungen im gesamten deutschsprachigen Raum Europas nach wie vor ein drängendes Problem ist, zeigt die jüngst erschienene europaweite Studie zur geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen (Agentur der europäischen Union für Grundrechte, FRA, 2012).
Nach dieser Erhebung haben ca. 33 % aller europäischen Frauen seit ihrer Jugend mindestens einmal körperliche Gewalt erlebt. 22 Prozent aller Befragten gaben an, körperliche oder sexuelle Gewalt durch den Partner erfahren zu haben.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich nur 15 Prozent der Opfer von Gewalt an die Polizei wenden. Ein Großteil der Gewalt im Bekannten-, Freundes- und Familienkreis bleibt weitestgehend im Dunklen. Unberücksichtigt bleiben in dieser Erhebung die männlichen Opfer von Gewalt, die in zunehmendem Maße auch von Frauen gegen ihre Partner ausgeübt wird.
Dass viele dieser Täter_innen bereit sind, aus ihrem gewalttätigen Verhalten auszusteigen, zeigt die Erfahrung der Täterhotline. In 90% der Fälle erfolgt über sie eine Vermittlung an Gewaltberatungsstellen, die die Klienten befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Apriltreffen der Eupax

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Das erste Eupaxtreffen für 2015 ist zu Ende. Erneut haben sich aus mehreren europäischen Ländern PhaEmoBerater- und Therapeuten getroffen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, sich um die Belange der Eupax(gGmbH) zu kümmern, aber auch, um ihre persönlichen Kontakte untereinander zu pflegen. Das Foto soll einen diskreten Hinweis liefern, dass das Treffen in Wolfsburg stattgefunden hat. Na, erkannt?

Wir konnten in unseren Reihen einen neuen Kollegen begrüssen und so unseren Kreis der aktiven Partner erweitern.

Von Aussen haben wir uns Unterstützung geholt, um uns schlau zu machen bei der Acquise von Geldmitteln. Auch wir kommen ohne Geld nicht aus. Matthias M. hat uns auf witzige und unterhaltsame Art und Weise in die  Materie von Fundraising eingeführt.

Nach einem Treffen, ist vor einem Treffen; das zweite Treffen der Eupax für 2015 ist in Planung und der Austragungsort steht noch nicht definitiv fest.

Täterhotline Euline im TV

Anfang dieses Monats beschäftigte sich SAT 1, im Rahmen eines Thementages, mit häuslicher Gewalt. Wir, die Euline Täterhotline für gewalttätige Menschen, durften mit dabei sein. Wir bekamen die Gelegenheit die Hotline und unsere Arbeit vorzustellen. Auch ein Täter kam zu Wort.

Dies ist uns sehr wichtig, da wir uns einem größeren Publikum präsentieren können. Die Öffentlichkeit in dem Maße zu erreichen, können wir uns mit unseren Mitteln gar nicht leisten. Umso mehr danken wir SAT1 für Ihr Engagement in unserer Sache.

Etwa 90% von häuslicher Gewalt passiert im Verborgenen, gelangt nicht an die Öffentlichkeit, findet also im Dunkelfeld statt. Diese Täter_innen werden nirgends erfaßt und nicht durch die herkömmlichen Hilfsangebote erreicht. Viele dieser Täter_innen distanzieren sich innerlich, von den in der Presse dargestellten Monstern und/oder psychiatrisch auffälligen Frauen. „So bin ich nicht, sowas mache ich nicht“ – und glauben, reden sich ein, daß das, was sie machen harmlos ist.

Wir wenden uns an die Frauen und Männer, an die Mütter und Väter. Niemand ist von morgens bis abends gewalttätig.

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Hier ein kleiner Spot und ein Clip von SAT1 Frühstücksfernsehen, in dem mein Kollege Andreas zu sehen ist, der auch weitere Beiträge an diesem Thementag begleitet hat:

https://www.facebook.com/fruehstuecksfernsehen/videos/842237905848658/?fref=nf

http://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/talk-gewalttaetige-maenner-clip

Telefonnummer für betroffene Frauen:

08000 116 016

Verzerrtes Bild von sexueller Gewalt

In letzter Zeit wieder vermehrt, seit Edathy, geht das Gespenst Pädophilie um. Alle reden von Pädophilen, viele in äußerst abwertenden Kommentaren im Netz; die Medien zeichnen ein Bild von, hauptsächlich, Männern, die ohne, dass sie dafür könnten, eine Neigung haben, dass sie von vorpupertären Kindern sexuell erregt werden. Ärzte, Wissenschaftler und Neurologen befeuern diese Sicht der Dinge. Allen voran, die Berliner Charité und ihre Ableger. Den Täter_innen wird damit ihre Verantwortung von vorne rein abgesprochen, eine Verantwortung, die viele Täter von sich aus bereits nur allzu gerne abgeben.

Zahlreiche Studien aber belegen, daß der überwiegende Teil(über 90%) der Täter_innen, die sich an Kindern vergehen, gar nicht pädophil veranlagt sind, wenn es diese sexuelle Präferenz überhaupt gibt. Das bedeutet, daß wir bei all den Diskussionen, die wir führen, den größten Teil der Täter_innen( sog. Ersatztäter) aus den Augen verlieren und damit auch die Betroffenen dieser Gewalt.

Viele Menschen versuchen diese Übergriffe auf Kinder zu erklären und demnach zu begreifen. Ein beliebtes und allgegenwärtiges Modell hierzu ist die Sexualität. Dies sei die Triebfeder, die alle antreibt sich an Kindern zu vergehen. Dem zu Folge fokusiert sich die Behandlung, bzw. Bekämpfung auch darauf diese zu kontrollieren oder gar schlimmer, sie zu unterbinden. Die Mediziner z. T. mit Medikamenten und die hilflosen und ohnmächtigen Menschen mit Schwanzab- Parolen und schärferen Gesetzen.

Ich mache keine Unterschiede bei den Täter_innen; ein Erwachsener, der sich an einem Kind vergeht, ist ein Gewalttäter_in, er/sie ist ein(e) Pädokrimelle(r). Ihm/ihr geht es ausschließlich um Gewalt; das Mittel der Wahl ist die Sexualität. Ob sich so ein Täter_in an ein Kind heran schleicht, es umhüllt und einlullt oder ob einer rohe Gewalt ausübt, das Resultat ist das Gleiche – jeder holt sich das, was er braucht und das Kind bleibt traumatisiert zurück und hat meistens mit Folgeschäden zu kämpfen, die bis ins hohe Alter wirksam sind.

Pädokriminelle sind leider Menschen, wie du und ich. Sie haben Sehnsüchte und Bedürfnisse, sind aber außer Stande, gleichwertige und gleichberechtigte Beziehungen mit Erwachsenen zu führen. Um nicht emotional auf der Strecke zu bleiben, wenden sie sich Kindern zu, deren Willen und Persönlichkeit sie brechen, um denen nah sein zu können. Und auch hier ist Sexualität, die erste Wahl.

Wir müssen also diese Menschen befähigen, gleichwertige Beziehungen mit Erwachsenen zu führen. Dann können sie Kinder, Kinder sein lassen. Dies bedeutet jedoch eine Menge persönliche Arbeit an sich selbst und nicht jeder ist dazu bereit. Aber es gibt sie, Menschen, die reifen wollen, die sich weiter entwickeln wollen, die Beziehungen zu Erwachsenen wollen, mit denen sie sich austauschen können.

http://www.euline.eu