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Ursachenforschung

Immer, wenn von Gewalt die Rede ist, taucht die Frage nach dem warum auf!? Aus verständlichen Gründen, natürlich. Wir Menschen bedürfen für unseren inneren Frieden Antworten auf Fragen, die uns beschäftigen.

Meine Kollegen und ich vertreten die Meinung, daß Menschen gewalttätig werden, wenn sie mit ihren Strategien und ihrer Sprache am Ende sind. „Ich weiß meinen Händen keinen Rat mehr.“ – sagt ein luxemburgisches Sprichwort. Sie können sich nicht (mehr) mitteilen.

Männern werden im allgemeinen Macht und Kontrolle unterstellt, wenn sie gewalttätig geworden sind. Frauen dagegen Hilflosigkeit und Frust.

Ich glaube, daß es hier bei den Geschlechtern keine wesentlichen Unterschiede gibt; Hilflosigkeit, Ohnmacht* und Verzweiflung sind die treibenden Kräfte, die uns an den Rand unserer Möglichkeiten treiben.

In der aktuellen Ausgabe finden sie hierzu einen Artikel:

Psychologie Heute

*= Ohnmacht bedeutet Einflußlosigkeit, das Verlieren vom Bewußtsein. Macht bezieht sich demnach auf die Macht, welche mann/frau selbst über seinen Körper hat, bzw. nicht mehr hat.

Die Versuchung ist natürlich groß Ohnmacht, als Ohn(e)macht auf andere zu interpretieren. Als eine Macht, welche mann/frau auf jemanden ausgeübt hat und die mann/frau verloren hat und die mann/frau sich nun mit Gewalt zurück nehmen will.

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Sexuelle Gewalttäter

Tv- Beitrag auf 3SAT zum Thema Gewalt: Wie entsteht sie, kann mann/frau das Böse erkennen?

Täter ohne Reue

In der Traumaarbeit haben wir mittlerweile gelernt, dass exessives konfrontieren mit dem Trauma eher retraumatisierend ist, als hilfreich. Erst wenn Betroffene ausreichend stabilisiert sind, kann mann/frau, zwecks Integration, an die Konfrontation herangehen.

In der Arbeit mit sexuellen Gewalttätern verhält es sich ähnlich! Auch wenn die erzeugte Dynamik eine Andere ist.

Konfrontiert mann/frau diese Täter mit ihren Taten, lässt sie erzählen, oft bis ins kleinste Detail, immer wieder mit der Absicht ihnen ihre Taten vor Augen zuführen, vielleicht um Empathie für ihre Opfer zu erzeugen, passiert im Innern des Täters etwas ganz anderes. Vor ihrem geistigen Auge erleben diese Menschen ihre Tat von neuem und auch die dazu gehörenden Gefühle. Es ist, als würden sie erneut tätig.

In dem Beitrag gibt es eine Szene mit einem Tagebuch eines Täters, welches dies sehr gut dokumentiert.

Der Beitrag spart Frauengewalt komplett aus und einige Thesen weisen daraufhin, dass Gewalt doch männlich ist. Unsere täglichen Erfahrungen mit unserer Klientel zeichnen ein anderes Bild.

Die Sehnsucht des Menschen die Gewalt zu erkennen, am Besten bereits im Vorfeld, dem Bösen ein Gesicht zu geben ist gross und verständlich. Doch wir vergessen eins, bzw. sind uns dessen nicht bewusst, ein Täter ist nicht nur Täter, 24/24 und 7/7, sondern auch Arbeitskollege, Nachbar, Partner, Polizist, Trainer oder Vater, Mutter und Lehrerin oder Ärztin.

Vergewaltigung, was ist das?

Wem soll mann/frau glauben? Mit dieser Fragestellung fängt das Dilemma bereits an und ich fürchte, es bleibt verworren und wir die Antwort schuldig.

Auf jeden Fall ist die/der Betroffene in der Beweisschuld; sie/er muss beweisen, dass … Und hier denken sich kluge Köpfe Kriterien aus, die vorliegen und beweisbar sein müssen, damit wie in diesem Falle, von Vergewaltigung geredet werden kann. Erst dann, kann geurteilt und Strafen verhängt werden. Oder auch nicht!

Ein Gewalttäter gibt die Verantwortung für die, von ihm ausgeübte, Gewalttat an das Opfer ab. Er tut dies vor der Tat, während der Tat und nach der Tat. Das Opfer seinerseits, nimmt diese Verantwortung an – sie/er denkt und fühlt sich schuldig. Zusätzlich zu den erlittenen körperlichen und seelischen Qualen, plagen die Betroffenen Schuldgefühle an der eigenen Not.

Um zumindest diese Qual zu lindern, wäre es dringend von Nöten, dass der Rechtsstaat diese Verschiebung und Verschleierung der Verantwortung für die Gewalttat klarstellt; nämlich zu dem Täter_in.

Das Sexualstrafrecht basiert auf Mythen

Vom kleinen Glück dazwischen

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Innenansichten in Wort und Bild oder wie ich durch Brustkrebs übte mich zu lieben

Von Irene Kernthaler- Moser

ISBN: 978-3-9807120-3-3

OLE-Verlag Wien by Joachim Lempert

Ihre Behandlung und Genesung hat sie in einem aufwändig gestalteten Fotoband dargestellt und mit einfühlsamen Texten beschrieben. Den Alltag der Frauen in einer Tagesklinik bei der Chemotherapie hat die 47- jährige Wienerin festgehalten.

Häusliche Gewalt ist männlich!?

Dieser Tage taucht ein Video auf, welches einen american footballstar zeigt, welcher seine damalige Verlobte und heutige Ehefrau in einem Fahrstuhl bewusstlos schlug.

Durch solche Meldungen gelangt das Thema häusliche Gewalt und/oder Beziehungsgewalt in die Medien und damit in die Öffentlichkeit. Neben der Justiz reagiert auch der Verband NFL und verschärft Strafen für gewalttätige Spieler. Diese erhalten Sperren für anstehende Spiele.

Selbst der amerikanische Präsident reagiert und geht auf den Vorfall, in einer Rede, ein. Leider zeichnet er ein veraltetes Bild der häuslichen Gewalt, die in seinen Augen und/oder in der amerikanischen Öffentlichkeit, noch immer männlich ist und schliesst somit die gewalttätigen Frauen aus.

Das Tabu von Frauengewalt, Gewalt von Frauen gegen ihren Partner, gegen ihre Kinder, wird geleugnet und tabuisiert. Die Scham, welche Täter_innen und Opfer gleichermassen lähmt, wird aufrecht gehalten und verstärkt. Die gewalttätigen Frauen und die geschlagenen Männer schweigen und bleiben mit ihren Problemen alleine.

Hier bei uns in Europa ist das nicht anders. Sehr zaghaft finden Frauen den Weg in die Beratung; Männer, als Opfer dagegen, tun sich erheblich schwieriger. Zu dem gibt es kaum Hilfsangebote für geschlagene Männer.

Hier ein Artikel dazu:

http://www.bluewin.ch/de/sport/weitere-sportarten/2014/9/9/nfl-star-ray-rice-nach-pruegel-attacke-entlassen.html

Verrückte Frauen?

Allgemein gilt nach wie vor, dass häusliche Gewalt männlich ist, will sagen, dass überwiegend Männer in den eigenen vier Wänden, gegen ihre Partnerinnen und Kinder gewalttätig werden. Männer üben Gewalt aus; gegen Frauen, Kinder und gegen Männer.

Frauen sind eben auch gewalttätig, gegen ihre Partner und gegenüber ihren Kindern. In den Medien, aber auch bei Fachleuten, werden diese Frauen oft als psychisch labil bis psychisch krank beschrieben. Zumindest waren sie irgendwann mal psychiatrisch auffällig.

Stimmt das?

Sind also demnach gewalttätige Frauen psychiatrisch krank? Lässt sich ihre Gewalttätigkeit durch eine Krankheit erklären? Sind Frauen per se friedvolle und gewaltlose Wesen?

Es gibt auch andere Stimmen, die behaupten, dass sich häusliche Gewalt zu gleichen Teilen auf beide Geschlechter aufteilt. Andere sagen, dass 90% der Gewalttaten in Partnerschaften von Frauen verübt werden.

Dunkelziffer – Dunkelfeld

Inspiriert durch die kürzlich erschienene europäischen Studie zur Gewalt gegen Frauen 2012 und die darauferfolgte Presseerklärung der Eupax® will ich den Akzent auf die Tatsache richten, dass ein sehr hoher(90%) Prozentsatz von häuslicher Gewalt im Dunkelfeld verübt wird.

Dunkelfeld, will sagen, diese Gewalttaten werden öffentlich nicht erfasst, werden nicht bekannt.  Das Opfer macht keine Anzeige, wendet sich nicht an eine Beratungsstelle und geht i.d.R. auch nicht zum Arzt und wenn, wird der eigentliche Grund der Verletzung verschleiert. Der/die Täter_in bleibt ebenfalls im Dunkeln. D.h. im Allgemeinen beschäftigen wir uns, je nach Zahlen, gerade Mal mit knapp 10% der Fälle von häuslicher Gewalt.

In der Öffentlichkeit wird oft polemisiert und Frauen und Männer streiten sich darum, dass mal wieder die Frau nur und ausschliesslich als Opfer gesehen wird und der Mann, als Täter. Das eigentliche Thema, nämlich die Gewalt, wird aus den Augen verloren, wie so oft.

Die Praxen der Gewaltberater und Phaemotherapeuten® im deutschsprachigem Raum in Europa sagen etwas anderes. Immer mehr gewalttätige Frauen holen sich Hilfe und Unterstützung um ihre Gewalt zu beenden.

Die Eupax® geht einen anderen Weg! Seit 2005 machen wir ein zunächst anonymes Angebot an gewalttätige Menschen, wo sie sich Hilfe holen können. Von Mo – Fr, jeweils von 9:00- 17:00 Uhr funktioniert eine Täterhotline in 4 europäischen Ländern, an der erfahrene und speziell geschulte Gewaltberater Dienst tun.

http://www.euline.eu

Mit diesem Angebot wenden wir uns direkt an die Menschen im Dunkelfeld, die ihre Gewalt beenden möchten, den Gewaltkreislauf jedoch nicht aus eigener Kraft verlassen können. Wir sind ebenfalls per Mail zu erreichen; sie erhalten i.d.R. binnen 24 Stunden Kontakt mit einem Berater/Therapeut. kontakt@euline.eu

Zum anderen haben wir die Zeichen der Zeit erkannt und unser Angebot auch für Frauen geöffnet. Unser befreundetes Institut Lempert bildet seit einigen Jahren Gewaltberaterinnen und Phaemotherapeutinnen aus, die mit gewalttätigen Mädchen und Frauen arbeiten. In der Schweiz gibt es die erste Gewaltberatungsstelle nur für Frauen.