Schlagwort-Archive: Gefühle

Wieso schlägt mann/frau zu? Teil 3

Der oder die Gründe/Situationen, in denen die meisten Menschen gewalttätig werden sind Überforderung und Hilflosigkeit.

Letzteres ist ein Gefühlszustand, welcher niemand von uns gerne ausgesetzt ist. Und wenn versuchen wir schnellstens diesen zu beenden. Besonders Männern fällt es schwer sich oder anderen einzugestehen, nicht weiter zu wissen und Hilfe zu benötigen. Dies wird mit Schwäche und Versagen gleichgesetzt und wer will schon als schwach und hilfsbedürftig betrachtet werden. Dies ist auch mit ein Grund, wieso Männer öfters gefährdet sind gewalttätig zu werden, als Frauen. Unsere Gesellschaft billigt den Frauen eher zu sich Hilfe zu holen. Männer müssen alleine klar kommen.

In der Täterarbeit findet mann/frau dann auch entsprechende Themen wieder; Geschlechterrollen und Bilder, Sozialisation von Frauen und Männern, Umgang mit Gefühlen u.s.w.

Ein Mensch, der mit sich selbst in Kontakt ist, dessen Aufmerksamkeit in sein Inneres gerichtet ist, kann nicht gewalttätig werden, weder gegen sich selbst, noch gegen andere.

http://www.gewaltberatungluxemburg.wordpress.com

Aggressionen bei Kindern!?

Ärger und Wut sind Gefühle, die zu uns Menschen gehören. Sie zu ächten und/oder zu unterdrücken, beraubt uns unsere Handlungsmöglichkeiten. Wir gehen Konflikten und Auseinandersetzungen aus dem Weg und mißachten unsere Bedürfnisse. Wir schaffen damit eine Grundlage für Gewalt.

Artikel von Jesper Juul

Die MännerDepression (Gastblog von Johannes Vennen)

Männer leiden anders und nehmen dieses Leid auch anders wahr, nämlich gar nicht.

Männer im Betrieb.de

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Depressionen gelten mittlerweile als ‚Volkskrankheit‘. Im Jahr 2020 erreichen Depressionen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation den zweiten Platz in der Liste der Krankheiten – gemessen an der Anzahl der beeinträchtigten Lebensjahre. Viele Studien legen den Schluss nahe, dass Frauen ein zwei- bis dreimal so hohes Risiko haben, einmal im Leben depressiv zu werden. Diese Befunde werden im 2010 erschienenen Männergesundheitsbericht kritisch hinterfragt: so sind die Depressionsraten in jüdisch-orthodoxen Gemeinden gleich hoch, weil hier typische männliche Stressbewältigungsstrategien – der Alkoholkonsum – tabuisiert sind. Vergleichbares gilt für streng egalitär organisierten Gesellschaften wie bei den Amish People in den USA.

Zusätzlich gibt es Hinweise für eine systematische Unterdiagnostizierung von Depressionen, insbesondere bei jungen Männern. Laut dem Gesundheitsbericht gibt es ein Geschlechterparadox bei Depressionen und Suizid. Während die Depressionsrate der Männer nur halb so hoch ist wie bei den Frauen, ist die Rate für einen vollendeten Suizid drei- bis zehnmal so hoch. Bei 80 %…

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Alter Mann

„Ich bin ein alter Mann und ich habe viel Schreckliches erlebt, doch das meiste davon ist zum Glück nie eingetreten“

Mark Twain

Je häufiger ich diesen Satz lese, desto bewusster wird mir: “ Mark Twain muss mich gekannt haben! “

Interpretationen und Bewertungen beeinflussen in direkter Weise unser Erleben und unser Verhalten. Somit orientieren wir uns an den Geistern und Dämonen, die wir selber geschaffen haben.

Später wenn sie sich aufgelösst haben, nein das Gebäude ist nicht abgebrannt, denke ich, ja klar und deshalb habe ich mir solch einen Kopf gemacht und schüttele denselben.

Und ich weiss genau, ich werde es wieder tun…

Männer, die bösen Buben?

STANDARD: Wie schaut es bei Gewalt an Frauen aus? Glauben Sie, dass Gleichstellung diese Gewalt eindämmen kann?

Kimmel: Ich glaube das nicht, ich weiß es. Dazu haben wir Zahlen und Fakten. In Gesellschaften, die in der Geschlechtergleichstellung besser dastehen, gibt es weniger Gewalt von Männern gegen Frauen, auch weniger Vergewaltigungen. So simpel ist das. Gewalttätigkeit hat nämlich nichts mit Testosteron zu tun. Es ist Berechnung. Männer, die Frauen schlagen, schlagen keine größeren, stärkeren Männer auf der Straße und auch nicht ihren Chef. Sie suchen sich bewusst jemand schwachen aus.

(Michael Kimmel (62) ist Soziologe (Stony Brook University, New York) und Pionier der Männlichkeitsforschung, Autor von vielen Büchern zur Gleichstellung und Männlichkeitsbildern, darunter der Bestseller: „Guyland: The Perilous World Where Boys Become Men“. Gerade erschien sein Buch „Angry White Men“. 2013 gründete Kimmel gründete das Zentrum für Männer und Männlichkeit, dass ab 2017 Masterstudien anbietet.)

Hier ganzen Artikel lesen: http://diestandard.at/1381374324327/Michael-Kimmel-Feminismus-ist-eine-feine-Sache-fuer-uns-Maenner

Und wieder trifft es uns Männer wieder mit der vollen Breitseite und auch das ist nicht selten, aus den eigenen Reihen.

Der gewalttätige Mann ist in Wahrheit ein Schwächling und schlägt wehrlose und schwache Frauen. Und natürlich sind nicht alle Männer so, halt nur die Gewalttätigen.

Häusliche Gewalt unterliegt anderen Gesetzmässigkeiten, wie öffentliche Gewalt.

Der Mann, der gegen Abend nach Hause kommt und einen weiteren Tag in der feindlichen Welt überlebt hat, erwartet/benötigt eine Rückzugmöglichkeit um seine Wunden( Zigarre vom Chef; Nötigung im Strassenverkehr; Ärger mit Berufskollegen u.s.w.) zu lecken. Und das ist seine Partnerschaft oder seine Familie, die ihn in seinem (Überlebens)Kampf unterstützt. Natürlich überfordert er damit seine Ehefrau und seine Kinder, die oft von seinen Nöten nichts wissen, da diese selbst oft vom Partner Hilfe erwarten/benötigen, bzw. die Kinder wollen endlich ihren Vater haben. Da prallen Hoffnungen und Erwartungen aufeinander, die keiner erfüllen kann.

Den Mann, um den es hier geht, ist enttäuscht, traurig und gekränkt, weil er die nötige Entlastung nicht bekommt und macht seine Liebsten verantwortlich für sein Leid. Getrieben von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung erschafft er sich mit einem Schlag , einen kurz andauernden Moment der Erleichterung und erlangt so kurzfristig seine Handlungsfähigkeit zurück. Schwache, ausgelieferte, abhängige Männer will keiner, am Wenigsten die Männer selbst. 

Pädokriminelle!?

In letzter Zeit vermehrt, kann mann/frau auf fb und anderswo ganze Hasstiraden gegen Pädokriminelle lesen.

Ist es ein Täter, so bewegen sich die Kommentare von lebenslänglich einsperren, über Schwanz ab bis zur Wiedereinführung der Todesstrafe.

Ist eine Täterin, so findet mann/frau in den Kommentaren oft Bestürzung und Mitleidsbekundungen für die Opfer.

Ich kann dies sehr gut nachvollziehen und ich ertappe mich ebenfalls dabei, solche Rachefantasien zu haben. Dann frage ich mich allerdings, wo die herkommen und zu was sie nütze sind!?

Wir neigen dazu unseren Gedanken und Ideen nachzugehen, die durch Interpretationen und Bewertung entstehen und durch unsere erlebten Beziehungserfahrungen geprägt sind. Wir erfahren Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung, welche wir mit Gewalt bekämpfen wollen.

Wir geben unsere Verantwortung an andere ab; an unsere Kinder, die nein sagen und fühlen sollen, an unsere Regierungen und Gerichte, die die Übeltäter stärker bestrafen sollen oder gar, wir nehmen das Gesetz selbst in die Hand und erlangen so unsere Handlungsfähigkeit zurück. Ob das jedoch unseren Kindern hilft, ist äußerst fragwürdig.

Die angemessenen Gefühle sind Wut und Trauer; Wut, dass das, was da passiert, nicht in Ordnung ist und dass, wir alle da gefordert sind Abhilfe zu schaffen. Traurig über das Leid, das unseren Kindern angetan wurde und dafür Sorge tragen, dass dies aufhört.

Die meisten Kinder, welche Opfer sexueller Gewalt werden, sind vernachlässigte Kinder, von denen einige bereits Gewalterfahrungen gemacht haben. Hier gilt es anzusetzen, denn Kinder, die in liebevollen und aufmerksamen Beziehungen leben, werden seltener Opfer!

Bad boy & good boy

Ein jeder von uns,  der Eine mehr, der Andere weniger, sehnt sich nach dem grossen, starken und mutigem Kerl, der in jeder Lage weiss, was zu tun ist. In diesem Falle eben, seine Familie und sich selbst zu schützen.

Nun ist es aber so, dass viele von uns eben gerade nicht diesem Wunschbild entsprechen und hier hilft uns die NRA in den USA, hier zu Land, der Schrei nach der Polizei und/oder schärferen Gesetzen bis hin zur Todesstrafe. Sie verführen uns zu glauben, dass es die absolute Sicherheit gibt und dass sie den Weg dorthin kennen. Daneben geht es schlichtweg und ergreifend um Geld! Um was sonst!? Mit unseren Ängsten bleiben wir allein.

Nun ein solcher “ bad guy „, was ist das? Es wird einige wenige geben, die durch und durch böse sind, jedoch die Meisten sind nicht,  von morgens bis abends, nur böse. Ich habe einige kennengelernt und die haben auch gute Seiten in sich. (Dies ist keine Entschuldigung für ihre Taten.) Wenn nun ein guter Mann solch einen bösen Mann erschiesst, stirbt auch der gute Anteil!

Und zwar bei Beiden.

Es gibt nur Verlierer, ausser vielleicht die Waffenlobby, die verdient Geld mit uns Verlierern.

Aus der Praxis

Ich habe einen Klienten verloren. Wir haben uns, aus organisatorischen Gründen drei Mal, über einen Zeitraum von 2 Monaten, getroffen.

Ich konnte ihn nicht erreichen und eine tragfähige Beziehung kam nicht zu Stande. Wir waren nicht ausreichend im Kontakt.

Ich finde dies traurig und schade.