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Opfer und Täter, zwei Perspektiven

Durch den Hinweis eines Kollegen auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung( Ein Tag im Herbst Familiendrama auf Seite3) war ich sehr berührt und irritiert zu gleich. Dermaßen, dass ich nun darüber schreibe.

Der Artikel betrachtet auf eindrucksvolle und, wie bereits gesagt, berührende Art und Weise die Opferseite. Und es gibt viele Opfer; in erster Linie der damals 4-jährige Valentino, seine Zwillingsschwester Lilly, die Mutter. Vom Vater, dem Täter erfahren wir wenig.

Die Sendung Hart aber fair schaut sich, bzw. versucht zumindest beide Seiten darzustellen..

Und es fällt mir schwer, auch jetzt, mich zu entscheiden. Ich pendele hin und her, zwischen Opfer und Täterseite. Eine innere Stimme ermahnt mich, dass es ja nur eine Antwort geben kann! Und die Darstellung in den Medien zwingt mich gradezu meinem Zorn auf den Täter freien Lauf zu lassen und ihm … an den Hals zu wünschen.

Kurze Erläuterung, um was es hier eigentlich geht. Der Artikel steht mir leider nicht zu Verfügung. Der Vater der Zwillinge hat in der Abwesenheit der Mutter seinen Sohn so geschüttelt, dass dieser schwer verletzt im Krankenhaus behandelt werden musste und heute, über ein Jahr später, noch stark unten den Folgen seiner Verletzungen zu leiden hat.

Ich entscheide mich für die Täterseite. Warum? Nun weil ich das bereits vor längerer Zeit getan habe, in dem ich mich zum Gewaltberater und Tätertherapeuten hab ausbilden lassen. Aber auch, weil ich beide Seiten nicht gerecht werden kann. Beide haben ihre berechtigte Daseinsberechtigung.

Ich verabscheue und lehne die Gewalttat absolut ab, sehe aber auch den Menschen, den Vater, den Mann hinter der Tat. Und dem biete ich meine Hilfe und Unterstützung an.

Hier der Link zur Sendung: ab min. 50´20″

http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2014/0428/index.php5

Fortsetzung folgt.

Umkehr der Rollen und Verschiebung der Verantwortung

 

Der Täter erklärt sich zum Opfer

… ist die in seiner Tat sich manifestierende Haltung, nicht Täter zu sein, sondern Opfer des Staates, dessen undurchdringliches/ungerechtes/wucherndes/sozialistisches Umverteilungs-, vulgo: Steuerrecht die Hinterziehung beziehungsweise die Flucht des Kapitals ins Ausland geradezu erzwinge.

…das Selbstbild, in dem sich der Täter zum Opfer und damit zugleich das Opfer (Staat und Gesellschaft) zum Täter erklärt.

Hier der ganze Artikel in der Frankfurter Rundschau:

http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-zur-steuerhinterziehung-taeter–die-sich-fuer-opfer-halten,1472602,26077666.html

Die hier im Falle der Alice Schwarzer & Co, beschriebene Täterstrategie, beschränkt sich nicht nur auf Steuerhinterziehung, sondern Täter_innen von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt bedienen sich derer auch.

Der vergewaltigten Frau, anfangs Opfer, wird unterstellt, die Tat provoziert zu haben, in etwa so, dass sie durch ihre körperbetonte Kleidung, den Mann, anfangs Täter, aufgegeilt und mißverständliche Signale gesendet habe. Sie wird zur Täterin und der Mann zum Opfer, der ihm dargebotenen Reize.

Der/die pädokriminelle Täter_in ist im Grunde Opfer, eines frühreifen Kindes, welches den/die Täter_in verführt hat.

Ein großes Problem, welches hieraus resultiert ist, dass die Täter_innen sich und ihren Opfern dies einreden und selbst auch glauben. Das wirkt sich erschwerend auf Beratung und Therapie aus.

„Ich wollte nur frei sein, wie jeder andere auch. Ich wollte nicht immerzu gedemütigt werden, wegen etwas, auf das ich keinen Einfluss hatte: Die Farbe meiner Haut.“

US-Bürgerrechtlerin Rosa Park

Bad boy & good boy

Ein jeder von uns,  der Eine mehr, der Andere weniger, sehnt sich nach dem grossen, starken und mutigem Kerl, der in jeder Lage weiss, was zu tun ist. In diesem Falle eben, seine Familie und sich selbst zu schützen.

Nun ist es aber so, dass viele von uns eben gerade nicht diesem Wunschbild entsprechen und hier hilft uns die NRA in den USA, hier zu Land, der Schrei nach der Polizei und/oder schärferen Gesetzen bis hin zur Todesstrafe. Sie verführen uns zu glauben, dass es die absolute Sicherheit gibt und dass sie den Weg dorthin kennen. Daneben geht es schlichtweg und ergreifend um Geld! Um was sonst!? Mit unseren Ängsten bleiben wir allein.

Nun ein solcher “ bad guy „, was ist das? Es wird einige wenige geben, die durch und durch böse sind, jedoch die Meisten sind nicht,  von morgens bis abends, nur böse. Ich habe einige kennengelernt und die haben auch gute Seiten in sich. (Dies ist keine Entschuldigung für ihre Taten.) Wenn nun ein guter Mann solch einen bösen Mann erschiesst, stirbt auch der gute Anteil!

Und zwar bei Beiden.

Es gibt nur Verlierer, ausser vielleicht die Waffenlobby, die verdient Geld mit uns Verlierern.

“ Der Freispru…

“ Der Freispruch eines Angeklagten angesichts begründeter Zweifel an der Schuld darf nicht gleichzeitig zu einer automatischen Verurteilung der betroffenen Frau als Lügnerin und Kriminelle führen. „

( Emmaonline 10.10.12)

Dies gilt natürlich auch, wenn es um eine Angeklagte und um einen Mann, als Betroffenen, geht. Aber wie war das doch, Recht hat NICHTS mit GeRechtigkeit zu tun!

http://www.emma.de/news-artikel-seiten/pressemitteilung-in-sachen-kachelmann/