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Eskalation der Gewalt

Häusliche Gewalt ist ein Prozess, eine Entwicklung zwischen zwei oder mehreren Personen. Der zeitliche Rahmen ist unterschiedlich.

Gewalttäter_innen identifizieren sich selten mit den Täter_innen, welche in den Medien auftauchen und ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Ähnlich, wie alle Autofahrer, welche keine Raser sind und sich von entsprechenden Artikeln oder TV-Berichten nicht angesprochen fühlen.

Ohne es tatsächlich zu wissen, wird der Mann, im verlinkten Artikel, am Anfang seiner Gewaltkarriere weniger gewalttätig gewesen sein, als jetzt. Weder seine Frau, noch er selbst, werden geahnt haben, welche Dimensionen dies erreichen wird.

Wir Menschen sind von Natur aus friedfertig. Gewalt dient (fast) ausschließlich der Verteidigung des eigenen Lebens oder das eines anderen Menschen. Um überhaupt Gewalt ausüben zu können, müssen wir das erst lernen. Soldaten und Polizisten wissen das; ihnen wird diese natürliche Hemmschwelle abtrainiert, damit sie im Ernstfall tätig werden können. Ist diese Hemmschwelle erst einmal überwunden, verringert sie sich und bei jeder Gewalttat, ein Stück mehr.

Es wird nicht besser werden! Die meisten gewalttätigen Menschen schlagen erneut, obwohl sie versuchen ihre Gewalt zu reduzieren oder einzustellen. Die Umstände und vor allem die inneren Empfindungen und die Sicht der Dinge bleiben gleich.

Warten sie nicht ab, in der Hoffnung, daß sie sich im Griff haben, bzw. dass der oder die Gegenüber sich ändern werden. Wenn sie in der Situation verharren, wird es schlimmer und häufiger werden!

Lassen Sie dies nicht zu, holen sie sich Hilfe!

Direkt hier bei mir: PhaEmoPraxis Lëtzebuerg

oder bei der Euline unter der Nummer 26 62 12 11 für Luxemburg

und unter folgender Nummer, wenn sie aus Deutschland anrufen:

01805 43 92 58

Viel Erfolg beim Beenden ihrer Gewalt.

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Gewalt in der Pflege

In Zeitungsartikeln mit dieser oder ähnlichen Überschriften ließt mann/frau von FEM, freiheitsentziehenden Maßnahmen, in der Pflege. Ohne Zweifel ist dies ein wichtiges und notwendiges Thema, um das sich die betreffenden Parteien(Ministerium; Schulwesen; Alters- und Pflegeheime) kümmern sollen. Am Rande werden dann andere Gewaltformen erwähnt.

Ich möchte an dieser Stelle von Gewalt in der Pflege gegen ältere Menschen, ausgeübt von professionellen Helfern und/oder Angehörigen sprechen. Also von Frauen und Männern, die hilfsbedürftige Menschen beschimpfen, schlagen, quälen und vernachlässigen.

Was geht in diesen Menschen vor, die in bestimmten Situationen, gegenüber der älteren, schwächeren Person gewalttätig werden.

Sie sind verzweifelt, hilflos und ohnmächtig. Und sie sehen andere in der Verantwortung; andere, die diesen Zustand verursachen. „Weil die so sind, weil die Situation so verfahren ist, geht’s mir so dreckig.“

Die Gewalt erlaubt es Ihnen, mit einem „Schlag“, diese Hilflosigkeit abzuschütteln und sich wieder, als Handelnden zu empfinden. Doch diese Erleichterung hält nicht lange vor. Ernüchterung tritt ein und das Erschrecken über die Tat. „Sie schämen sich, schwören sich, so etwas nie wieder zu tun.“ Über den Vorfall wird nicht gesprochen, jeder gibt sein Bestes, dass es nicht mehr passiert. Und tatsächlich es geht besser… bis zum nächsten Mal. Der Gewaltkreislauf dreht sich.
Die Gewalt kann ganz offensichtlich sein oder eher dezent und subtil.

Gewalt zerstört – Gewaltberatung hilft!

Hier finden sie Hilfe und Unterstützung: PhaEmoPraxisLëtzebuerg

* Ich habe diesen Artikel bereits an anderer Stelle gepostet. Ich habe ihn leicht korrigiert.

Zahlen zur häuslichen Gewalt

Der jährliche Bericht über häusliche Gewalt liegt vor; eigentlich müsste mann/frau einschränkend sagen, über häusliche Gewalt aus dem Hellfeld.

Ebenfalls erlauben uns die Zahlen häusliche Gewalt differenzierter zu betrachten. Letztes Jahr wurden 242 Wegweisungen verfügt, die sich wie folgt aufteilen:

12x wurde ein gewalttätiges Kind weggewiesen, welches gegenüber einem Erwachsenen tätig wurde.

5x war dies für einen Erwachsenen gegenüber einem Kind, der Fall.

222x wurde ein Erwachsener gegenüber seinem Partner gewalttätig und wurde weggewiesen. In der Mehrzahl dieser Übergriffe war der Täter ein Mann.

Es bleibt anzumerken, dass diese Statistik 10% der Gewalttaten erfaßt. Über die Dunkelziffer, die logischerweise den höheren Anteil ausmacht, wird dagegen keine einzige Silbe verloren.

Hier detaillierter nachzulesen:

Bericht Häusliche Gewalt 2015

Was kostet Beratung?

Die wenigsten aus meinen Ausbildungsgruppen können mit einer reinen Beratertätigkeit ihren Lebensunterhalt finanzieren. Diejenigen,  welche Beratung, in privaten Praxen, anbieten, tun dies nebenberuflich. Sowie ich auch. Einige werden bezuschusst durch verschiedene Auftraggeber(z. B. Jugendamt; Justiz u.a.)

Die meisten sind auf sogenannte Selbstzahler angewiesen. Ich stelle jedoch oft fest, daß die Leute, die bei mir aufschlagen, sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden und mein Honorar nicht bezahlen können oder wollen.  Das Ende vom Lied ist, daß die Beratung nicht stattfindet und der Betreffende, wohl oder übel, weiterhin gewalttätig ist. Das bedeutet nicht zwangsläufig, daß diese Menschen beraterresistent sind oder Beratung grundsätzlich ablehnen.

Ich nehme 75.- € pro 45′. Den meisten ist das zuviel. Ich müsste meinen Tarif noch höher ansetzen, wenn ich all meine direkten und indirekten Kosten berücksichtigen würde.  Doch dann, hätte ich noch weniger Klienten, bzw. gar keine mehr.

Bedeutet dies nun, daß nur in den sogenannten sozialschwachen Gesellschaftsschichten, hinter den eigenen 4 Wänden, geschlagen wird!? Nein, dies ist nicht der Fall. Häusliche Gewalt ist ein Vergehen, welches in allen Schichten zahlenmäßig gleich ist.  Nun, warum finden diese Menschen den Weg in die Beratung nicht? Nun ich denke, ich kann diese Menschen nicht erreichen – sie wissen nicht, dass es mich gibt! Tja und Werbung kostet wiederum Geld.

Die Euline ist eine Hotline an die sich gewalttätige Menschen wenden können, wenn sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Die Telefonberater dieser Hotline verweisen auch an mich( PhaEmoPraxis Lëtzebuerg  ). Doch auch hier scheitert das Ganze am Geld. Oder kennen Sie die EULINE oder die Telefonnummer? Nein, sie kennen sie nicht! Damit dieser anonyme Zugangsweg funktionieren kann, muß er in der Bevölkerung bekannt sein und sie ahnen es bereits, das kostet Geld, welches der Träger dieser Hotline nicht hat.  Und ich auch nicht.

Ich bin etwas vom Thema abgekommen, aber dies war mir jetzt wichtig.

Eigene Webseite

Ich bin dabei mir eine  Webseite aufzubauen, die meine Arbeit darstellt und über die mich Menschen mit einem Gewaltproblem finden und sich über Gewaltberatung informieren können.

Ich bin im Grossraum Trier/Luxemburg tätig und ich bin leicht über die A1 zu erreichen.

Besucht meine Seite mal!

http://www.gewaltberatungluxemburg.wordpress.com

Aggressionen bei Kindern!?

Ärger und Wut sind Gefühle, die zu uns Menschen gehören. Sie zu ächten und/oder zu unterdrücken, beraubt uns unsere Handlungsmöglichkeiten. Wir gehen Konflikten und Auseinandersetzungen aus dem Weg und mißachten unsere Bedürfnisse. Wir schaffen damit eine Grundlage für Gewalt.

Artikel von Jesper Juul

10 Jahre Euline – Gewalthotline

Wolfsburg. Der europäische Fachverband für Gewaltberatung und Tätertherapie eupax feierte 2014 das 10-jährige Bestehen seiner Gewalthotline.
In der Auswertung der jahrelangen Arbeit wird die Bedeutsamkeit für die Beendigung von Gewalt und damit für einen nachhaltigen Opferschutz deutlich. Die Wahrung der Anonymität der Anrufer und die professionelle und kompetente Erstberatung am Telefon ermöglichen einen Einstieg in eine weitergehende Begleitung durch eine regionale Beratungsstelle. Wirksamer Opferschutz setzt somit bei den Verursachern von Gewalt an: den Menschen, die Gewalt ausüben.

Im Rahmen dieses Jubiläums treffen sich Mitglieder der eupax mit Vertretern_innen der Justiz in Wolfsburg zu einem Fachgespräch. Thema der Veranstaltung ist ¨Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern¨. Hier sollen Möglichkeiten des Zusammenspiels von justizieller Sanktionierung und der Befähigung zur Veränderung durch professionelle Beratung und Therapie von Tätern_innen dargestellt und erörtert werden.

Dass häusliche Gewalt auch Jahre nach umfangreichen Gesetzesänderungen im gesamten deutschsprachigen Raum Europas nach wie vor ein drängendes Problem ist, zeigt die jüngst erschienene europaweite Studie zur geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen (Agentur der europäischen Union für Grundrechte, FRA, 2012).
Nach dieser Erhebung haben ca. 33 % aller europäischen Frauen seit ihrer Jugend mindestens einmal körperliche Gewalt erlebt. 22 Prozent aller Befragten gaben an, körperliche oder sexuelle Gewalt durch den Partner erfahren zu haben.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich nur 15 Prozent der Opfer von Gewalt an die Polizei wenden. Ein Großteil der Gewalt im Bekannten-, Freundes- und Familienkreis bleibt weitestgehend im Dunklen. Unberücksichtigt bleiben in dieser Erhebung die männlichen Opfer von Gewalt, die in zunehmendem Maße auch von Frauen gegen ihre Partner ausgeübt wird.
Dass viele dieser Täter_innen bereit sind, aus ihrem gewalttätigen Verhalten auszusteigen, zeigt die Erfahrung der Täterhotline. In 90% der Fälle erfolgt über sie eine Vermittlung an Gewaltberatungsstellen, die die Klienten befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.