Schlagwort-Archive: Männergewalt

10 Jahre Euline – Gewalthotline

Wolfsburg. Der europäische Fachverband für Gewaltberatung und Tätertherapie eupax feierte 2014 das 10-jährige Bestehen seiner Gewalthotline.
In der Auswertung der jahrelangen Arbeit wird die Bedeutsamkeit für die Beendigung von Gewalt und damit für einen nachhaltigen Opferschutz deutlich. Die Wahrung der Anonymität der Anrufer und die professionelle und kompetente Erstberatung am Telefon ermöglichen einen Einstieg in eine weitergehende Begleitung durch eine regionale Beratungsstelle. Wirksamer Opferschutz setzt somit bei den Verursachern von Gewalt an: den Menschen, die Gewalt ausüben.

Im Rahmen dieses Jubiläums treffen sich Mitglieder der eupax mit Vertretern_innen der Justiz in Wolfsburg zu einem Fachgespräch. Thema der Veranstaltung ist ¨Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern¨. Hier sollen Möglichkeiten des Zusammenspiels von justizieller Sanktionierung und der Befähigung zur Veränderung durch professionelle Beratung und Therapie von Tätern_innen dargestellt und erörtert werden.

Dass häusliche Gewalt auch Jahre nach umfangreichen Gesetzesänderungen im gesamten deutschsprachigen Raum Europas nach wie vor ein drängendes Problem ist, zeigt die jüngst erschienene europaweite Studie zur geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen (Agentur der europäischen Union für Grundrechte, FRA, 2012).
Nach dieser Erhebung haben ca. 33 % aller europäischen Frauen seit ihrer Jugend mindestens einmal körperliche Gewalt erlebt. 22 Prozent aller Befragten gaben an, körperliche oder sexuelle Gewalt durch den Partner erfahren zu haben.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich nur 15 Prozent der Opfer von Gewalt an die Polizei wenden. Ein Großteil der Gewalt im Bekannten-, Freundes- und Familienkreis bleibt weitestgehend im Dunklen. Unberücksichtigt bleiben in dieser Erhebung die männlichen Opfer von Gewalt, die in zunehmendem Maße auch von Frauen gegen ihre Partner ausgeübt wird.
Dass viele dieser Täter_innen bereit sind, aus ihrem gewalttätigen Verhalten auszusteigen, zeigt die Erfahrung der Täterhotline. In 90% der Fälle erfolgt über sie eine Vermittlung an Gewaltberatungsstellen, die die Klienten befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Advertisements

18.11.2009 – Die Zeit – Männerhaus: Ein Ort für geschlagene Männer

teampago

Männerhaus

Ein Ort für geschlagene Männer

In Brandenburg steht das erste Männerhaus, das kaum einer kennt. Zwei von den Frauen enttäuschte Rentner kümmern sich um die misshandelten Männer.

von Çiğdem Akyol

Ursprünglichen Post anzeigen 1.066 weitere Wörter

Mythen über Gewalt – unvollständig und erweiterungswillig

1. Gewalt ist männlich

Dieses Mythos ist allgegenwärtig und hält sich hartnäckig. Wir Männer nähren diese Sichtweise, in dem wir uns als Opfer selten zu erkennen geben.

Ebenfalls wird die sogenannte „Pädophilie“ exklusiv uns Männern zugeschrieben.

2. Der Sinn von Gewalt ist Macht

Männer üben Gewalt aus, um ihre Macht über Frauen herzustellen, zu erhalten und/oder zu erhöhen. Wie Machtvoll ist den jemand, der seine Macht durch Gewalt erzwingen oder herstellen muss? Die wenigsten Männer prahlen damit, ihre Frau verprügelt zu haben.

3. Sexuelle Gewalt hat was mit Sexualität zu tun

Sexuelle Gewalt dient der sexuellen Befriedigung des Täters und ist auch deren Triebfeder. Gepaart wird dieses Mythos mit Macht ausüben und Kontrollbedürfniss.

4. Erziehung von Kindern bedarf der körperlichen Züchtigung

“ Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet! “ Ein Mythos, welches gerade im Augenblick, erneut traurigen Zuspruch durch den gegenwärtigen Pabst erfährt.

5. Gewalt macht Sinn

Gewalt ist notwendig – manche Menschen verstehen halt keine andere Sprache.

6. Ich hab nichts gemacht

“ Der oder die hat mich provoziert! “ – “ Wenn die oder der nicht jenes oder das gemacht/gesagt hätten, hätte ich nie zugeschlagen. “ Die Verantwortung liegt bei den Anderen, der Situation oder den Umständen.(z. B. Alkoholkonsum)

7. Gewalt hat ein Gesicht

Schläger_innen kann mann/frau an ihrem Äußern erkennen; sie haben Narben in ihrem Gesicht, sind tätowiert und/oder gepierct, tragen Lederkluft, Springerstiefel u.s.w.

8. Frauen machen sowas nicht

Wie oben bereits gesagt, ist Gewalt ein Problem von uns Männern und die Betroffenen sind die Frauen. Gilt dies bereits in Hinblick auf körperliche Gewalt, desto schwerer wiegt der Aberglaube, wenn wir von sexueller Gewalt reden.

9. Pädophilie und sexueller Mißbrauch

Beides sind irreführende Begriffe:

Pädophil bedeutet eigentlich kinderliebend; hier wird erfolgreich suggeriert, daß die Täter_innen aus Liebe zum Kind handeln würden.

Sexueller Mißbrauch suggeriert, daß es auch einen gesunden, richtigen sexuellen Gebrauch von Kindern gibt!

Frauen & Männerbilder

In den nächsten Tagen findet die luxemburgische Ausgabe des < strong man run > statt. Wer nicht weiss, was das ist, kann sich unten, mit einem Video, schlau machen.

Es geht mir jedoch nicht um das Event selbst, sondern um den Radiospot, welcher Werbung für diese Veranstaltung macht. Gleich zu Begin wird klar gestellt, dass dies nichts für Waschlappen und Mädchen ist und zum Schluss wird uns noch mit auf den Weg gegeben, dass nur richtige Frauen und Männer hier erwünscht sind.

Herbert Grönemeyer hat uns bereits vor Jahrzehnten gefragt “ Wann ist man ein Mann?“ Die Antwort von damals scheint noch immer die gleiche zu sein, wie heute. An dem starken Männerbild hat sich nichts geändert, wenn mann/frau den Machern dieses Werbespots glauben soll.

Ein richtiger Mann ist also stark, durchtrainiert und zu allem bereit. Ja, es gibt starke Männer und das ist ganz in Ordnung so und ja, die sollen ihren Spass haben, z. B. an solch einem Event. Doch die Frage ist doch, was ist mit all den Jungen und Männern, die diesen Idealen nicht entsprechen!? Sind die falsche Männer?

Wir wissen heute, dass sich Jungen und Mädchen an solchen Vorbildern orientieren und dass Frauen/Männerrollen- und Bilder entsprechend geprägt werden. Wer dem nicht gerecht wird, hält das für sich, bleibt alleine mit seiner „Schmach“ und gibt nach aussen ein Bild von Stärke an. Er will vermeiden, dass irgendjemand seine “ Schwächen “ mitbekommt. So gibt es Männer, die arbeitslos geworden sind und dies gegenüber ihrem gesamten Umfeld geheim halten und jeden morgen, wie gewohnt, aus dem Haus gehen, als wäre nichts geschehen.

Dies ist der Grundstein von häuslicher Gewalt; diese findet ebenfalls im Verborgenen statt. In der Aussenwelt muss der Mann seinen Mann stehen, komme was wolle – ein Fels in der Brandung – und zuhause, will er abschalten, sich erholen und Kraft tanken, um den nächsten Tag zu überstehen.

Nun ist das Familienleben/Beziehungsleben nicht so störungs- und stressfrei, wie der „starke“ Mann, das brauchen würde und so macht er seine Liebsten verantwortlich für sein Leid. Aber auch hier meldet hält er sein Leid für sich und nörgelt und klagt herum. Die Eskalation ist vorprogrammiert – das Dreirad, welches im Weg herumliegt oder die Suppe, die kalt geworden ist, bringen das Fass zum Überlaufen.

Die Mädchen und Frauen haben diese Nöte bis jetzt anders kompensiert; sie befinden sich auf dem Vormarsch,  Gewalt als Lösungsversuch zu entdecken und auszuüben.

Gewalt ist nicht männlich!

Siehe mein Kommentar!(jf)

Gleichstellung der Geschlechter

 

Männer schlagen Frauen-Männer misshandeln-Männer sind Pädophile. Das sind Aussagen, die jeder kennt. Wie schnell wird der Mann pauschalisiert. Er ist doch ein Mann-also ist er schneller Gewalt bereit. Punkt.

Solche Dinge erwarten wir von einem Mann-niemals von einer Frau. Das wurde uns schon mit der Muttermilch eingeimpft. Männer sind halt so. Immer mehr von Missbräuchen- besonders aus den Kirchenreihen- kommen ans Tageslicht.

Aber wie sieht es mit der Wirklichkeit aus? Kaum vorstellbar, dass es auch anders gehen könnte. Frauen sind zu solchen Gräuel Taten doch gar nicht fähig. Niemals?

Mittlerweile hat sich das Blatt verändert. Die Berichte häufen sich. Da werden Mütter beschuldigt, ihre eigenen Kinder sexuell missbraucht zu haben. Und Frauen, die sich an der Lust der Macht ihre Männer schlagen und demütigen. Im Schatten und unter dem Deckmantel der Mutterliebe haben sie sich vergangen an den Kindern-auch sie vergewaltigen und morden:

Von der Mutter missbraucht – Dokumentation

Ursprünglichen Post anzeigen 506 weitere Wörter