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Buchhinweis

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Mann berät Mann

Von Markus Kraxberger

Ein Buch für Männer, die Männer beraten möchten und ein Buch für Beratungsstellen, die sich der Beratung von Männern zuwenden wollen.

Markus Kraxberger hat in seiner wissenschaftlichen Arbeit Männer danach befragt, was sie brauchen, um sich helfen zu lassen.

Sein Fazit:

Gegen alle Erwartungen nehmen Männer Beratung in Anspruch, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Männerberatung braucht vor allem Männer, die beraten können, aber auch selbst als Mann wahrnehmbar sind. Dadurch gelingt es, Männern den Schritt in die Beratung zu erleichtern, sie zu halten und mit ihnen ressourcenorientiert, aber auch konfrontativ zu arbeiten.

ISBN: 978-3-9807120-4-0

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Die MännerDepression (Gastblog von Johannes Vennen)

Männer leiden anders und nehmen dieses Leid auch anders wahr, nämlich gar nicht.

Männer im Betrieb.de

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Depressionen gelten mittlerweile als ‚Volkskrankheit‘. Im Jahr 2020 erreichen Depressionen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation den zweiten Platz in der Liste der Krankheiten – gemessen an der Anzahl der beeinträchtigten Lebensjahre. Viele Studien legen den Schluss nahe, dass Frauen ein zwei- bis dreimal so hohes Risiko haben, einmal im Leben depressiv zu werden. Diese Befunde werden im 2010 erschienenen Männergesundheitsbericht kritisch hinterfragt: so sind die Depressionsraten in jüdisch-orthodoxen Gemeinden gleich hoch, weil hier typische männliche Stressbewältigungsstrategien – der Alkoholkonsum – tabuisiert sind. Vergleichbares gilt für streng egalitär organisierten Gesellschaften wie bei den Amish People in den USA.

Zusätzlich gibt es Hinweise für eine systematische Unterdiagnostizierung von Depressionen, insbesondere bei jungen Männern. Laut dem Gesundheitsbericht gibt es ein Geschlechterparadox bei Depressionen und Suizid. Während die Depressionsrate der Männer nur halb so hoch ist wie bei den Frauen, ist die Rate für einen vollendeten Suizid drei- bis zehnmal so hoch. Bei 80 %…

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Männerberatung – braucht es das?

Diese und andere Fragen stellt sich mein Kollege aus Österreich, Markus Kraxberger, und gibt auch gleich einige Antworten in seinem Artikel.

Österreich ist ein Vorbild und Vorreiter in Sachen Männerberatung. Wir, von der Eupax, nehmen uns ein Beispiel und sind dabei ein Männertelefon zu installieren, wobei die technische Infrastruktur bereits steht und aktiv ist. Hier an dieser Stelle, hatte ich bereits darüber berichtet. Ein weiteres Projekt, welches eng mit der Männerhotline einher geht, ist eben die Männerberatung.

Hier nun der Artikel:

Männer gehen nicht in Beratung. Männer sind Meister im Aushalten und Durchdrücken. Männer funktionieren, bis es nicht mehr weitergeht. Soweit die Vorurteile.

Gleichzeitig ist es Realität, dass Männer im Durchschnitt 60 Monate benötigen, um den ersten Schritt in die Beratung zu tun. Es besteht eine große Barriere, Beratung in Anspruch zu nehmen.
Allgemeine Beratungsstellen sind häufig weiblich besetzt, feminin ausgerichtet und stellen dadurch eine zusätzliche Hemmschwelle für den Mann dar.

Die Skepsis, ob Männer Männerberatungsstellen in Anspruch nehmen, bestand auch bei der Gründung der Männerberatung in Österreich. Wie die Praxis zeigt ist sie unbegründet. Mittlerweile gibt es in allen Bundesländern Österreichs mindestens eine Männerberatungsstelle. Männer nutzen das Beratungsangebot sogar so intensiv, dass eine höhere Budgetierung notwendig wäre, um die Nachfrage abzudecken.

Warum funktioniert Männerberatung?
Die Männer schätzen die spezielle Atmosphäre in der Männerberatung. Sie hilft ihnen, eine etwaige Hemmschwelle zu überwinden, die bei der Inanspruchnahme von Beratungsstellen aufgrund männlicher Sozialisationsaspekte häufig besteht. Für Männer bietet die Beratung bei einem Mann eine vertraute Umgebung. Es treffen sich nicht zwei geschlechtslose Wesen, sondern es sitzen sich zwei Männer gegenüber. Das erleichtert es den Männern, sich zu zeigen, zu öffnen, ihre eigene Männlichkeit kritisch zu betrachten. Sie schätzen es, dass sie in der Männerberatung als „ganzer“ Mann im Zentrum stehen und nicht auf ein Problem reduziert werden. Die Beratung von „Mann zu Mann“ dient den Männern als Schutzzone zur (De)Konstruktion von Männlichkeit.

Die Erwartungen an die Berater sind hoch. Der Berater soll ein Meister seines Faches sein und nicht irgendein „Durchschnittsberater“. Wenn Männer schon die Hemmschwelle der Beratung überwinden, ist ihnen die Professionalität des Beraters wichtig. Die Männer schätzen einen Berater mit lebensweltlichen Erfahrungen, die er in seine professionelle Rolle integriert. Einen Profi, der seine Professionalität auch darin lebt, sich selbst als Mann zu zeigen und sich nicht auf seine „Profirolle“ zurückzieht. Dies ist notwendig, um kein allzu großes Machtgefälle zwischen Berater und Klient zu erzeugen, das die Beratungsbeziehung stören würde.

Männer wollen in der Beratung einerseits einen Profi, andererseits einen ganz normalen Mann. Männern fällt es oft nicht leicht, eine Beziehung zu anderen Männern aufzunehmen. Eine gute Beratungsbeziehung kann dann gelingen, wenn der Berater seine Fähigkeiten und Kenntnisse einbringt, aber nicht zu sehr auf seiner Expertenposition verharrt, sondern auch als Mann sichtbar wird.

Die in einem Forschungsprojekt von mir befragten Männer definieren für sich folgenden Nutzen von Männerberatung:

• Erkennen und Weiterentwicklung der eigenen Männlichkeit
• Gesprächssituation für Schweiger
• Hilfe in Krisensituationen
• Erforschung von Ursachen für eigenes Verhalten
• Außensicht ermöglicht Verhaltensänderung
• Start eines Veränderungsprozesses
Es braucht ein bewusstes Wahrnehmen, dass Männer auch ein Geschlecht haben und sich daraus geschlechtsspezifische Bedürfnisse ergeben; auf der Ebene der Politik, der Wissenschaft, aber auch der Beratung, Bildung und Begegnung. Schlussendlich benötigt es eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Konstruktionen von „Mann- Sein“, ähnlich wie dies zu Beginn des Feminismus mit der Rolle der Frau stattgefunden hat.

Die Männerberatung kann für diesen gesamtgesellschaftlichen Prozess Wegbereiter sein. Um diese Aufgabe ausfüllen zu können, braucht es einen Ausbau, um den quantitativ notwendigen Bedarf abdecken zu können.

Derzeit gibt es in Deutschland schon ein Männertelefon (01804-623 623), bei dem Männer kompetente Telefonberatung erhalten. Dort ist man außerdem bemüht, die Männer vor Ort an freie Männerberater zu vermitteln. Leider gibt es in Deutschland noch kein Netz von Männerberatungsstellen, bei denen Männer niedrigschwelligen Zugang zu Männerberatung erhalten können.

Die wesentlichen Inhalte dieses Artikels sind durch die Ergebnisse des zuvor genannten Forschungsprojekts belegt. Sie stützen sich auf die zentralen Erkenntnisse aus der Befragung von Männern, die Männerberatung in Anspruch genommen haben. Diese wissenschaftliche Arbeit erscheint im OLE Verlag unter dem Titel „Mann berät Mann“.

Markus Kraxberger,
Ausbildung zum Kindergarten- und Hortpädagogen und anschließend zum Diplomsozialarbeiter (DSA), berufsbegleitende Weiterbildung u.a. zum Männer- und Burschenberater, Gewaltberater und Gewaltpädagogen, 11 Jahre Sozialarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe am Magistrat Linz, seit 2005 Sozialarbeit im Familienzentrum Pichling und dort u.a. mit der Entwicklung von geschlechtssensiblen Bildungs- und Beratungsangeboten für Männer, Burschen und Paare betraut; 2007-2012 nebenberuflicher Lektor an der FH St. Pölten, Studiengang Soziale Arbeit, Handlungsfeld „Geschlechtsspezifische Differenzierung“; seit 2008 Mitarbeit bei der Euline – Europäische Hotline gegen Gewalt (seit 2011 eupax); 2010 Graduierung zum Magister(FH) für sozialwissenschaftliche Berufe; regelmäßige Aktivitäten, Zusammenarbeit und Vernetzung im Kontext nationaler und internationaler Männer- und Gewaltberatung

Flyer für unsere neue Hotline für Männer:

Das untere Bild ist die Vorder- und Rückseite, das grössere ist der Innentext, also Seite 2 und 3

Leider ist das untere Bild kleiner, weiss nicht wieso und ich habe auch keine Ahnung, wie ich das ändern kann?

Ist auch noch nicht definitiv, aber in den Grundzügen, wird er so aussehen.

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Männertelefon, der erste Anrufer

Die Vorfälle überschlagen sich. Ich bin heute zu einer Versammlung eingeladen worden, die für mich und meine Arbeit von grosser Bedeutung sein kann. Darüber freue ich mich sehr, da ich mich zu den Themen, häusliche Gewalt und Täterarbeit hier in Luxemburg, einbringen kann.

Aber nun zum eigentlichen Thema, dem Männertelefon:
https://jerryfaber.wordpress.com/2013/07/07/mannertelefon/
Wie hier berichtet, funktionniert seit einiger Zeit eine Hotline für Männer. Eingerichtet und betrieben von der Eupax, Fachverband für Gewaltberater & PhaEmoTherapeuten, wendet sich das Männertelefon an Männer, die sich gerne mit einem anderen Mann über ein Problem unterhalten und beraten lassen wollen.

Seit einigen Wochen tue ich hier regelmässig Telefondienst und das Telefon blieb still. Keiner ruft an. Ich bin schon dabei zu überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, Dienst zu schieben, da das Telefon eigentlich kaum beworben wird und von daher keine Sau die Nummer kennt und demzufolge die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist, dass jemand anruft.

Und dennoch, ich habe durchgehalten, wie jeden Mittwochmorgen mich eingelogt, das Handy eingeschaltet und eine Stunde später klingelt es!

Der erste Mann, der erste Anrufer: “ Und es ist eine Frau„, welche sich nach einer Beratung für ihren Mann erkundigt. Wie sich hier zeigt haben die Frauen doch die Nase vorn. 🙂 Wir sollten ihnen mehr vertrauen!?

Toll, ein kleines Erfolgerlebnis, für mich, für die Eupax, für die Initiatoren dieses Dienstes.

Männertelefon

MännertelefonSeit Kurzem ist ein neues Projekt der Eupax online gegangen, nämlich das Männertelefon. Unter der Telefonnummer 01804 – 623 623
für Deutschland(20 ct/Anruf Festnetz)(42 ct/Anruf Mobil) kann Mann sich Hilfe und Unterstützung holen. Männer, die sich in Krisen befinden oder Fragen haben, die sie gerne mit einem anderen Menschen besprechen wollen, können hier anrufen.

Wie bereits bei der Täterhotline – EULINE – tun hier ausgebildete Gewaltberater und PhaEmoTherapeuten Dienst und beraten sie erstmal völlig anonym und vermitteln Sie weiter zu einem Berater/Therapeuten vor Ort, wenn dies gewünscht wird.

Eine regelrechte Telefonberatung ist ebenfalls möglich; die genauen Bedingungen und den Ablauf, besprechen sie bitte mit dem jeweiligen Telefonberater.

Für Luxemburg gilt, bis auf Wiederruf, die gleiche Nummer, wie bei der Euline, nämlich die 26 62 12 11.

Alle aktiven Mitglieder der Eupax/Euline arbeiten ehrenamtlich und unentgeldlich.

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, dann klicken Sie hier:

http://www.euline.eu/spenden/spenden.php

Vielen Dank.