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Apriltreffen der Eupax

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Das erste Eupaxtreffen für 2015 ist zu Ende. Erneut haben sich aus mehreren europäischen Ländern PhaEmoBerater- und Therapeuten getroffen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, sich um die Belange der Eupax(gGmbH) zu kümmern, aber auch, um ihre persönlichen Kontakte untereinander zu pflegen. Das Foto soll einen diskreten Hinweis liefern, dass das Treffen in Wolfsburg stattgefunden hat. Na, erkannt?

Wir konnten in unseren Reihen einen neuen Kollegen begrüssen und so unseren Kreis der aktiven Partner erweitern.

Von Aussen haben wir uns Unterstützung geholt, um uns schlau zu machen bei der Acquise von Geldmitteln. Auch wir kommen ohne Geld nicht aus. Matthias M. hat uns auf witzige und unterhaltsame Art und Weise in die  Materie von Fundraising eingeführt.

Nach einem Treffen, ist vor einem Treffen; das zweite Treffen der Eupax für 2015 ist in Planung und der Austragungsort steht noch nicht definitiv fest.

Schweigen!?

Wieso schweigen Betroffene von körperlicher und sexueller Gewalt? Was steckt dahinter, dass diese oft Jahrzehnte lang die Täter_innen „schützen „.

Dies hat mehrere Gründe; zum einen liegt das an den Betroffenen und zum anderen an den Tätern und zu guter letzt an uns allen.

Die Betroffenen, meist Kinder, werden von dem/der Täter_in für Ihr Tun verantwortlich gemacht. Damit häusliche Gewalt stattfinden kann, braucht der Täter den Schutz vor der Öffentlichkeit. Er/sie kann nur im Verborgenen seine/ihre Taten verbringen. Die Betroffenen zum Schweigen zu bringen gelingt am sichersten, in dem mann/frau dafür sorgt, dass sich die Betroffenen selbst in der Schuld sehen und erleben – und schweigen. „Du hast dich nie gewehrt, du wolltest es doch auch.“

Da bei familiärer Gewalt auch immer Mittäter_innen mitagieren sind die Betroffenen isoliert und alleine. Auch die übrigen Familienmitglieder ziehen die Kinder zur Verantwortung. Durch ihre Offenlegung der Tat, zerbricht (oft) die Familie. Der/die Täter _in kommt ins Gefängnis, die finanzielle Versorgung der Familie ist in Gefahr; die Familie wird stigmatisiert und die Ehe, bzw. Partnerschaft zerbricht. Diese Schuld will niemand tragen. Durch das Schweigen und das Leiden eines Einzelnen kann die Familie weiter existieren. Und dies sind immer die Kleinsten und Schwächsten – unsere Kinder.

Die Täter_innen erreichen dies, in dem sie in die kaum vorhandene Persönlichkeit der Kinder infiltrieren und dort ihre eigenen Gedanken, Wünsche, Wertvorstellungen und Normen implantieren, so dass das Kind nicht mehr unterscheiden kann, was kommt noch von mir und was ist vom Täter. Bei Erwachsenen würde mann/frau von Gehirnwäsche reden. In der Medizin und bei PC’s kennen wir ein solches Vorgehen von Viren.
Andere Täter gebrauchen zusätzlich körperliche Gewalt. Sie entmenschlichen ihr Gegenüber und sehen in dem Kind, dem Mann, der Frau ein Objekt, welches sie gebrauchen.

Letztlich sind wir es alle, die dazu beitragen, dass sexuelle und andere Gewaltformen dermaßen verteufelt werden, dass solch ein Mantel des Schweigens darüber ausgebreitet wird. Es ist ein Bumerang, der uns und den Betroffenen das Genick bricht. Die Betroffenen schweigen aus Scham, die Mittäter_innen aus Angst und die Täter_innen aus Beidem. Und wir? Wir schweigen, weil wir die Verantwortung bei einer Fehleinschätzung kaum tragen wollen/können.

Die Bewertung der Gesellschaft verschärft das Problem, anstatt es zu lösen, ähnlich der Dynamik bei der Todesstrafe. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß der/die Täter_in ihr Opfer anschließend tötet.

Täterarbeit muss gesellschaftsfähig werden. Täter sollen ermutigt werden entsprechend ausgebildete Berater und Therapeuten aufzusuchen, um ihre Gewalt beenden zu können und den Gewaltkreislauf zu verlassen.

http://www.euline.eu

http://www.eupax.eu

Männertelefon, der erste Anrufer

Die Vorfälle überschlagen sich. Ich bin heute zu einer Versammlung eingeladen worden, die für mich und meine Arbeit von grosser Bedeutung sein kann. Darüber freue ich mich sehr, da ich mich zu den Themen, häusliche Gewalt und Täterarbeit hier in Luxemburg, einbringen kann.

Aber nun zum eigentlichen Thema, dem Männertelefon:
https://jerryfaber.wordpress.com/2013/07/07/mannertelefon/
Wie hier berichtet, funktionniert seit einiger Zeit eine Hotline für Männer. Eingerichtet und betrieben von der Eupax, Fachverband für Gewaltberater & PhaEmoTherapeuten, wendet sich das Männertelefon an Männer, die sich gerne mit einem anderen Mann über ein Problem unterhalten und beraten lassen wollen.

Seit einigen Wochen tue ich hier regelmässig Telefondienst und das Telefon blieb still. Keiner ruft an. Ich bin schon dabei zu überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, Dienst zu schieben, da das Telefon eigentlich kaum beworben wird und von daher keine Sau die Nummer kennt und demzufolge die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist, dass jemand anruft.

Und dennoch, ich habe durchgehalten, wie jeden Mittwochmorgen mich eingelogt, das Handy eingeschaltet und eine Stunde später klingelt es!

Der erste Mann, der erste Anrufer: “ Und es ist eine Frau„, welche sich nach einer Beratung für ihren Mann erkundigt. Wie sich hier zeigt haben die Frauen doch die Nase vorn. 🙂 Wir sollten ihnen mehr vertrauen!?

Toll, ein kleines Erfolgerlebnis, für mich, für die Eupax, für die Initiatoren dieses Dienstes.

PhaEmoBewegung®

Liebe Kollegen,
Liebe Lesenden,

Es freut mich ungemein, dass sich mein Gedanke der PhaEmoBeratung/
Therapie® langsam ausbreitet, wobei noch viele Fragen im Raum stehen.

Ich erlebe Zurückhaltung und Ambivalenz, aber auch Begeisterung.

Mit mir gibt es zwei Praxen, die nun den Namen PhaEmoPraxis® mit dem Zusatz des betreffenden Landes, bzw. des Ortes/Stadt tragen. Also einmal ich selbst, mit PhaEmoPraxis®Lëtzebuerg( Luxemburg auf luxemburgisch) und einmal Wolfgang Brandt mit PhaEmoPraxis®Hildesheim.

Es gibt noch zwei weitere PhaEmotherapeuten®, ebenfalls in Deutschland, die am überlegen sind, ob und wie sie den PhaEmobegriff in ihre Namensgebung ihrer Praxis einbinden können/wollen.

Sehr froh bin ich über eine Rückmeldung aus der Schweiz, wo sich zwei PhaEmoBeraterinnen® Gedanken über PhaEmoBeratung® als Namen ihrer kürzlich gegründeten Beratungsstelle in Zürich machen, bzw. diesen als Zusatz zu verwenden. Eine sehr interessante imd spannende Entwicklung, die mich sehr freut.

Kriterien diesen Namen oder Zusatz führen zu dürfen, ist einerseits eine, durch die Eupax® anerkannte Gewalt/Täter- Ausbildung zu haben und anderseits die Verpflichtung nach den Eurit®- Richtlinien zu arbeiten.(Europäische Richtlinien für Täterarbeit)

Ebenfalls freue ich mich über Anregungen und Kritik betreffend meiner Idee eine PhaEmoBewegung® europaweit zu initiieren.

Schöne und fröhliche Weihnachtstage euch Allen.