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Häusliche Gewalt im Hellfeld

Zahlen von 2013 zu häuslicher Gewalt in Luxemburg:

In 844 Fällen wurden polizeiliche Interventionen im Rahmen häuslicher Gewalt registriert, gegenüber 801 in 2012. 357 endeten damit, dass die gewalttätige Person der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurde. Das bedeutet, dass hier in Luxemburg (fast) täglich eine Person Gewalt gegenüber einem anderen Menschen ausübt oder körperliche Gewalt androht.

In 312 Fällen fanden körperliche Angriffe auf eine Person fest, wovon 235 ohne Arbeitsunfähigkeit und 77 mit Arbeitsunfähigkeit einhergingen. Die übrigen Fälle verteilen sich auf andere Delikte, wie z. B. Freiheitsberaubung, Stalking oder Totschlagversuch.

An Wochenenden kommt es vermehrt zu Einsätzen der Polizei und zu Wegweisungen(303)

Auffallend ist der Monat Dezember; in dieser Zeit gab es die meisten Wegweisungen(43). Die Erklärung liegt nahe, dass dies mit der Weihnachtszeit zu tun hat. Das Fest der Liebe, während dem sich ein jeder vielleicht noch mehr am Riemen reisst, keinen Streit vom Zaun zu brechen oder aber begehen viele das Weihnachtsfest mit erhöhten Erwartungen an Frieden und Fröhlichkeit und überfordern sich und ihre Liebsten total.

Im August dagegen, gab´s die Wenigsten(19).

Die Täter_innen teilen sich je nach Geschlecht wie folgt auf: 583 Männer(69,11%) und 261 Frauen(30,89). Interessant und vielleicht überraschend sind die Gruppen der 30- 40 -jährigen und die 50+ am Gewalttätigsten!?

Eine Frage möchte ich noch hervor streichen; es gab 2013 offiziell 302 Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden. Wo sind die geblieben? Haben sie sich Hilfe gesucht? Haben sie Hilfe und Unterstützung gefunden? Gibt es Anlaufstellen für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden?

Wie sehen die Beziehungen zwischen den Betroffenen und den Täter_innen aus, im Kontext der Wegweisungen?

311 Fälle wurden zwischen Männern und Frauen verübt: Eheleute(180), Lebenspartner_innen (121) und Ex-Partner_innen(8), Gepaxte(1) und Geschiedenen(1). Die übrigen verteilen sich auf Gewalt zwischen Eltern und Kindern, Kindern und Eltern, Geschwister, Grossmutter und Enkel und Stiefeltern und Kinder und umgedreht.

In Zahlen heisst das, dass 28 Jungs gegenüber ihren Eltern gewalttätig wurden. Im umgedrehten Fall halten Väter und Mütter sich (fast) die Waage. Die Opfer sind aber überwiegend Söhne.

Quelle: http://www.mega.public.lu/fr/publications/brochures-etudes/2014/rapport-cooperation-violence/Rapport-au-gouvernement-2013—Version-finale.pdf

10 Jahre Gewaltberatung

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Die luxemburgische Gewaltberatungsstelle – Riicht Eraus – feiert Ende des Monats ihr 10 jähriges Bestehen. Ich selbst bin ebenfalls 10 Jahre dabei; zuerst als freier Mitarbeiter in besagter Beratungsstelle und seit 2011 in eigener Praxis.(nebenberuflich)

Zusätzlich gibt es einen weiteren 10 jährigen Geburtstag zu vermelden; die Euline tut nun seit über 10 Jahren ihren Dienst. Ich merke eben, dass ich dieses Jahr viel zu feiern hab. 🙂

Ich werde Ende März die Euline, mit einem Stand, auf den Feierlichkeiten des Riicht Eraus vertreten. Ich hoffe die Besucher dieser Veranstaltung auf unsere Arbeit neugierig zu machen und ihr Interesse an mir und der Euline zu wecken.

Mein grosser Dank gilt meinem Mentor, Freund und Kollegen Joachim Lempert und den vielen Männern und Frauen, die ich im Rahmen meiner Ausbildung und Arbeit kennenlernen und schätzen durfte. Einige sind mir echte Freunde geworden und wir sind noch immer in Kontakt. Hier eingeschlossen sind ebenfalls meine Klient_innen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.

Euch allen vielen Dank.

http://www.euline.eu

http://www.eupax.eu

http://www.männertelefon.eu

http://www.institutlempert.de

Öffentlichkeitsarbeit

IMG_0514Öffentlichkeitsarbeit hat was mit Arbeit zu tun, wie das Wort es bereits andeutet. Mit schwerer Arbeit; wie bereits erwähnt, habe ich gestern, in meiner Funktion als Eupax/Euline- Ansprechpartner für Luxemburg, an dem ersten Männergesundheitstag teilgenommen.

Es war für mich eine wichtige Erfahrung, mich der Öffentlichkeit zu stellen, mich zu trauen, alleine einen Informationsstand zu besetzen und die Fragen der Besucher zu beantworten. Aber auch die ganze Organisation und den Zeit- und Arbeitsaufwand, um einen solchen Stand zu betreiben.

Und nun die Auswertung; ich hatte gerade Mal 4 Kontakte, von denen ich 2 persönlich kannte! Von den zwei Anderen war einer ein Profi und nur einer, der zu meiner eigentlichen Zielgruppe gehörte, nämlich die Öffentlichkeit, die breite Masse, der Mann/Frau von der Strasse.
Ich hatte meine Erwartungen sehr flach gehalten und doch war ich enttäuscht. 6 Stunden für lau.

Gott sei Dank, hatte ich meinen Stand neben den von Kollegen vom Riicht Eraus aufgebaut, so dass wir uns gegenseitig die Zeit vertreiben konnten. Auch einige Vorträge waren sehr interessant.

Nun zum Schluss doch noch ein Highlight; ich hatte die Gelegenheit genutzt, der Ministerin für Chancengleichheit, eine Informationsmappe überreichen und einige Worte wechseln zu können. Sie wusste nichts von Eupax/Euline und nun ist dem nicht mehr so. Vielleicht entsteht ein Kontakt daraus und dann hätte sich dieser Tag doch noch gelohnt!

Männergesundheitstag

Am 29.06.2013 findet in Luxemburg der Männergesundheitstag, unter dem Patronat des Chancengleichheitsministerium, statt. Er wird organisiert von dem Team der Jungen- und Männerberatungsstelle InfoMann.

Ich werde bei dieser Gelegenheit die Eupax/Euline Luxemburg vorstellen und repräsentieren. Zusammen mit Riicht Eraus, der Gewaltberatungsstelle des Roten Kreuz, bin ich mit einem Infostand vertreten. Die letzten Vorbereitungen laufen und ich habe keine Ahnung, wieviele Menschen da anwesend sein werden. Es ist dies mein erster öffentlicher Auftritt in dieser Form und ich bin sehr aufgeregt, je näher der Termin rückt. Doch freue ich mich auch, in solch einem Rahmen, die Eupax/Euline vorstellen zu dürfen.

Häusliche Gewalt ist ein Männerthema und gehört daher zu Männergesundheit dazu, im Besonderen da Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit meint.