Schlagwort-Archive: Selbstmelder

Selbstanzeige!?

Dieser Tage hat sich ein luxemburgischer Priester, wegen sexuellen Missbrauch an einem Mädchen, selbst angezeigt. Die Tat liegt 6 Jahre zurück und nun ermittelt die Justiz. Die luxemburgische Kirche hat den Priester sämtlicher Funktionen enthoben und schweigt.

Die Frage, die sich mir jetzt stellt ist:“ Was passiert mit dem Täter?“ – „Oder, was tut der Täter nun?“

Die Justiz ermittelt, der Mann wird angeklagt und das Gericht spricht ein Urteil.

Aber der Mann hat ein Problem, welches weder die Kirche noch die Justiz werden lösen können! Er übt(e) sexuelle Gewalt gegen ein, seiner Zeit, minderjähriges Mädchen aus und ohne Hilfe und Unterstützung ist er geneigt es wieder zu tun.

Es macht für alle Beteiligte Sinn, dass der Täter angeklagt und verurteilt wird und seine Strafe verbüsst. Doch wie alle, hat diese Medaille auch zwei Seiten.

Wer betreut/ behandelt hier in Luxemburg sexuelle Gewalttäter? Und wird der Mann sich an geeignete Stellen wenden, damit er Hilfe bekommt? Und welche Rolle wird die Kirche dabei spielen?

Der Mann hat sich selbst angezeigt; im Beratungskontext sprechen wir von Selbstmeldern. Ein Ziel der Beratung/Therapie kann sein, dass sich die Täter_innen selbst anzeigen. Dieser Mann hat das bereits getan. Nach Abtragen seiner gesellschaftlichen Schuld(gesetzliche Strafe) steht eine persönliche Arbeit an.

Täterarbeit – die Arbeit an der Tat.

http://www.euline.eu

http://www.eupax.eu

 

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Die Geschickten

Männer und Gesundheit – geht das zusammen?

Ich muss gestehen, dass ich noch, an meiner Haltung nur Selbstmelder zu beraten, festhalte. Mit Sicherheit bringt mich dieser Artikel ins Grübeln und ich werde meine Haltung überdenken. Ob ich sie ändern werde, weiss ich noch nicht!

Männer im Betrieb.de

Girl pushing her grandpa
In der Arbeit mit Männern hat man es häufig mit den sogenannten „Geschickten“ zu tun. Diese kommen nicht unbedingt von selber in die Beratung sondern werden von jemand anderem geschickt. Der Männerpsychotherapeut Björn Süfke (siehe auch „Der MännerTherapeut“ http://wp.me/p3eH4G-3j) brachte mich auf diesen Begriff. Er kennt aus seiner Beratung drei Formen. Er beschreibt diese auf Englisch. Es sind dort die „court mandated“, die „wife mandated“ und die „doc mandated“. Also „das Gericht“, „die Frau“ und „der Arzt“ schicken Männer zu ihm in die Psychotherapie, häufig nicht unbedingt freiwillig. In der Männergesundheitsförderung können wir die vom Gericht geschickten natürlich ausschließen. Dafür kommen aber „die Anderen“ und die, die von ihrem „Über-Ich“ geschickt werden. Dabei steht dann das gesellschaftliche Gebot im Vordergrund „Du sollst Dich gesund verhalten!“ oder „Na, mach doch mal was für Deine Gesundheit!“. Ob das dann mit dem Ich und dem Es im Einklang steht, findet man erst im…

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Geburtsstunde der Gewaltberatung

Wiege Ein gewalttätiger Mann hat, im Jahre 1984, um sich selbst und anderen betroffenen Männern zu helfen, Anzeigen in Zeitungen geschaltet, von denen eine hier abgebildet ist.

Es war die Grundsteinlegung eines Konzeptes gegen Gewalt auf der Basis von Freiwilligkeit, welches bis heute, entgegen etlichen Verfeindungen, weiterbesteht und weiterentwickelt wird.

Ins Besondere in den letzten Jahren hat sich unser Ansatz auch anderen Themenbereichen geöffnet.

Interessierte wenden sich an mich oder direkt an Joachim Lempert.
http://www.institut-lempert.de