Schlagwort-Archive: sexueller Missbrauch

Medienberichte erhöhen Anzeigebereitschaft

Interessant und überraschend ist es für mich zu lesen, dass auf Grund Medienberichten über bekannte und öffentliche Personen, die des Gebrauchs von Kindersexdokumenten angeklagt oder verurteilt wurden, die Anzeigen von ähnlich gelagerten Fällen zunehmen!?
( Präsident des BKA 2014 SZ Statistik von 2013)

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Umkehr der Rollen und Verschiebung der Verantwortung

 

Der Täter erklärt sich zum Opfer

… ist die in seiner Tat sich manifestierende Haltung, nicht Täter zu sein, sondern Opfer des Staates, dessen undurchdringliches/ungerechtes/wucherndes/sozialistisches Umverteilungs-, vulgo: Steuerrecht die Hinterziehung beziehungsweise die Flucht des Kapitals ins Ausland geradezu erzwinge.

…das Selbstbild, in dem sich der Täter zum Opfer und damit zugleich das Opfer (Staat und Gesellschaft) zum Täter erklärt.

Hier der ganze Artikel in der Frankfurter Rundschau:

http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-zur-steuerhinterziehung-taeter–die-sich-fuer-opfer-halten,1472602,26077666.html

Die hier im Falle der Alice Schwarzer & Co, beschriebene Täterstrategie, beschränkt sich nicht nur auf Steuerhinterziehung, sondern Täter_innen von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt bedienen sich derer auch.

Der vergewaltigten Frau, anfangs Opfer, wird unterstellt, die Tat provoziert zu haben, in etwa so, dass sie durch ihre körperbetonte Kleidung, den Mann, anfangs Täter, aufgegeilt und mißverständliche Signale gesendet habe. Sie wird zur Täterin und der Mann zum Opfer, der ihm dargebotenen Reize.

Der/die pädokriminelle Täter_in ist im Grunde Opfer, eines frühreifen Kindes, welches den/die Täter_in verführt hat.

Ein großes Problem, welches hieraus resultiert ist, dass die Täter_innen sich und ihren Opfern dies einreden und selbst auch glauben. Das wirkt sich erschwerend auf Beratung und Therapie aus.

18.12.2013 – Die Welt – Kindesmissbrauch: 35 Jahre Haft für Lostprophets-Sänger Ian Watkins

Auszug aus den europäischen Richtlinien für erfolgreiche Täterarbeit(Eurit) der Eupax:

Sofern eine justizielle Verfolgung stattfindet, befürwortet Täterarbeit ausdrücklich die Bestrafung von gewalttätigem Verhalten. Eine Veränderung des Klientels erfolgt hierdurch jedoch nicht, dazu bedarf es einer qualifizierten, professionellen Bearbeitung.
(EURIT 2012)

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18.12.13
Kindesmissbrauch
35 Jahre Haft für Lostprophets-Sänger Ian Watkins

Lostprophets-Sänger Ian Watkins muss wegen pädophiler Übergriffe für 35 Jahre in Haft. Reuig zeigte sich der 36-Jährige nicht, die Vorwürfe seien „megalustig“ – auch hätten ihn Fans sexuell bedrängt.

Von Kerstin Rottmann

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Urteilsspruch: Kinderschänder

Verzweifelt versuchen wir eines der schrecklichsten Verbrechen zu verstehen und zu erklären. Viele Menschen machen es sich einfach und lassen ihren Rachegelüsten und Gewaltfantasien freien Lauf und fordern lebenslängliche Haftstrafen, über radikale Schwanz-ab-Sprüche bis hin zu die Todesstrafe wieder einführen.

Ich kann solche Gedanken und Ideen nachvollziehen und ich selbst entwickle ähnliche Fantasien, wenn ich mich meiner Ohnmacht, Hilflosigkeit und Verzweiflung hingebe, die mich bei diesem Thema oft packt.

Wieso macht ein Mensch sowas? Eine Erklärung auf die mann/frau in letzter Zeit oft trifft ist die der sexuellen Präferenzstörung, welche wie alle anderen sexuellen Präferenzen, zu allem Übel auch noch nicht therapierbar ist. Die berliner Charité arbeitet nach diesem Ansatz und betreibt eine Ambulanz(Kein Täter werden).

Ich habe eine andere Sichtweise und ein anderes Verständnis von diesen Dingen und weiss sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Doch scheint nun erstere den Weg zu Justitia bereits gefunden zu haben, was mich sehr erschreckt, da ein rezentes Urteil in Berlin nach diesen Massstäben gesprochen wurde!

„Richterin Iris Berger zu dem Kinderschänder: „Sie können nichts für Ihre sexuelle Präferenz für vorpubertäre Mädchen, aber Sie müssen und können lernen, das zu kontrollieren…“

Hier der ganze Artikel dazu:

http://www.bild.de/regional/berlin/kindesmissbrauch/prozess-um-einen-kinderschaenner-33462206.bild.html

Opfer und Täter zugleich

Dies stellt eine grosse Herausforderung für die Gesellschaft und für uns Professionelle dar, der wir uns stellen müssen.
„Lilly“ hilft uns zu verstehen, wie Gewalttäter_innen funktionieren; sie sagt uns, dass sie getrieben von einem inneren Druck, von Ärger und Wut Erleichterung verspürt, wenn sie gegen andere sexuell gewalttätig wird.
Leider werden auch in diesem Beitrag, der einem begrüssungswertem Ansatz folgt, der falsche Schluss gezogen, nämlich Gewalttäter_innen würden aus Macht- und Sexualmotiven handeln.
Durch die Gewalt „übertragen“ die Täter_innen ihre eigene Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung an ihre Opfer und können sich so für einige Zeit von ihren Dämonen befreien.

Pädokriminelle!?

In letzter Zeit vermehrt, kann mann/frau auf fb und anderswo ganze Hasstiraden gegen Pädokriminelle lesen.

Ist es ein Täter, so bewegen sich die Kommentare von lebenslänglich einsperren, über Schwanz ab bis zur Wiedereinführung der Todesstrafe.

Ist eine Täterin, so findet mann/frau in den Kommentaren oft Bestürzung und Mitleidsbekundungen für die Opfer.

Ich kann dies sehr gut nachvollziehen und ich ertappe mich ebenfalls dabei, solche Rachefantasien zu haben. Dann frage ich mich allerdings, wo die herkommen und zu was sie nütze sind!?

Wir neigen dazu unseren Gedanken und Ideen nachzugehen, die durch Interpretationen und Bewertung entstehen und durch unsere erlebten Beziehungserfahrungen geprägt sind. Wir erfahren Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung, welche wir mit Gewalt bekämpfen wollen.

Wir geben unsere Verantwortung an andere ab; an unsere Kinder, die nein sagen und fühlen sollen, an unsere Regierungen und Gerichte, die die Übeltäter stärker bestrafen sollen oder gar, wir nehmen das Gesetz selbst in die Hand und erlangen so unsere Handlungsfähigkeit zurück. Ob das jedoch unseren Kindern hilft, ist äußerst fragwürdig.

Die angemessenen Gefühle sind Wut und Trauer; Wut, dass das, was da passiert, nicht in Ordnung ist und dass, wir alle da gefordert sind Abhilfe zu schaffen. Traurig über das Leid, das unseren Kindern angetan wurde und dafür Sorge tragen, dass dies aufhört.

Die meisten Kinder, welche Opfer sexueller Gewalt werden, sind vernachlässigte Kinder, von denen einige bereits Gewalterfahrungen gemacht haben. Hier gilt es anzusetzen, denn Kinder, die in liebevollen und aufmerksamen Beziehungen leben, werden seltener Opfer!

Pädophilie und Päderasten

Erschütternder Rückblick von Alice Schwarzer in die 70 und 80- ziger Jahre bis heute. Wenn ich das so in geballter und klarer Form vor mir sehe, beginne ich zu erahnen, wie, z. B. rezente Gerichtsurteile, zustande kommen.

http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5BshowUid%5D=141&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Byear%5D=2013&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bmonth%5D=08&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bday%5D=12&cHash=beb78c3b54