Schlagwort-Archive: Verantwortung

Intentionen von Gewalt

Hartnäckig hält sich die Annahme, dass Gewalt gegen Frauen(häusliche Gewalt), ausgeübt von Männern, i.d.R. von ihren Partnern, aus Machtbestreben besteht. Also dass die Männer die Macht über ihre Partnerin auf-und/oder ausbauen oder zurück gewinnen möchte. Auf jeden Fall geht es um Macht, um die Frauen zu unterdrücken.

Es gibt natürlich böse und sadistische Männer, mit krimineller Energie oder denen es Spaß macht andere Menschen zu quälen. Die Einen gehören angeklagt und vors Gericht gestellt und die anderen behandelt und/oder in die Psychiatrie überführt.

Ich will über die Mehrzahl von Männer reden, die so sind wie du und ich. Und diesen Männern geht es nicht um Macht, sondern um Ohnmacht und Hilflosigkeit. Genauer genommen, geht es Ihnen um die Abwehr deren. Diese beiden Zustände sind sehr schwer auszuhalten, besonders für Männer, da diesen doch seit Kindertagen erzählt wird, wie stark sie sind und was sie zu tun haben um echte Männer zu werden. Ein Mann, der nicht mehr weiter weiß, der sich nicht(mehr) zu helfen weiß, ist schwach. Und welcher Mann, will schon schwach sein!?

Es ist natürlich falsch andere für seine eigenen Probleme und Schwierigkeiten verantwortlich zu machen und die vermeintlich Schuldigen anzugehen. Ihre irrige Lösung für ihr Problem liegt genau hier; mit einem Schlag, im doppelten Sinne des Wortes, erlangt er seine Handlungsfähigkeit zurück.

Die Beratung setzt hier an; die meisten Männer sind entsetzt darüber, was sie da tun und wissen, dass es falsch ist. In der Gewaltberatung/Tätertherapie   lernen die Männer sich ihrer Hilflosigkeit zu stellen und die Verantwortung für die Lösung ihres Problems selbst in die eigenen Hände zu nehmen.

Weiterführende Links zum Thema häusliche Gewalt und Täterarbeit:

Hotline für gewalttätige Menschen

Fachverband für Gewaltberater/Tätertherapeuten

PhaEmoPraxis®Lëtzebuerg

Institut Lempert Hamburg/Wien

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Gewalt in der Pflege

In Zeitungsartikeln mit dieser oder ähnlichen Überschriften ließt mann/frau von FEM, freiheitsentziehenden Maßnahmen, in der Pflege. Ohne Zweifel ist dies ein wichtiges und notwendiges Thema, um das sich die betreffenden Parteien(Ministerium; Schulwesen; Alters- und Pflegeheime) kümmern sollen. Am Rande werden dann andere Gewaltformen erwähnt.

Ich möchte an dieser Stelle von Gewalt in der Pflege gegen ältere Menschen, ausgeübt von professionellen Helfern und/oder Angehörigen sprechen. Also von Frauen und Männern, die hilfsbedürftige Menschen beschimpfen, schlagen, quälen und vernachlässigen.

Was geht in diesen Menschen vor, die in bestimmten Situationen, gegenüber der älteren, schwächeren Person gewalttätig werden.

Sie sind verzweifelt, hilflos und ohnmächtig. Und sie sehen andere in der Verantwortung; andere, die diesen Zustand verursachen. „Weil die so sind, weil die Situation so verfahren ist, geht’s mir so dreckig.“

Die Gewalt erlaubt es Ihnen, mit einem „Schlag“, diese Hilflosigkeit abzuschütteln und sich wieder, als Handelnden zu empfinden. Doch diese Erleichterung hält nicht lange vor. Ernüchterung tritt ein und das Erschrecken über die Tat. „Sie schämen sich, schwören sich, so etwas nie wieder zu tun.“ Über den Vorfall wird nicht gesprochen, jeder gibt sein Bestes, dass es nicht mehr passiert. Und tatsächlich es geht besser… bis zum nächsten Mal. Der Gewaltkreislauf dreht sich.
Die Gewalt kann ganz offensichtlich sein oder eher dezent und subtil.

Gewalt zerstört – Gewaltberatung hilft!

Hier finden sie Hilfe und Unterstützung: PhaEmoPraxisLëtzebuerg

* Ich habe diesen Artikel bereits an anderer Stelle gepostet. Ich habe ihn leicht korrigiert.

Die Hand, die ausrutscht!

Letztens war in der Presse zu lesen, dass ein bekannter deutscher Schauspieler einen anderen Schauspieler geohrfeigt habe. Die Beiden sollen Streit bekommen haben, auf einer Party, nach einer Preisverleihung.

Weiter unten stehen die Namen. Es soll hier aber nicht um die Protagonisten selbst gehen, bzw. um das Thema Gewalt an sich, sondern, wie wir oder die Presse damit umgehen.

Hier eine Zeile aus einem Artikel, der sich mit dem Vorfall beschäftigt:

“ In der Nacht von Freitag auf Samstag ist Til Schweiger die Hand ausgerutscht, sie traf die Wange von Elyas M’Barek.“

(Quelle: Von Anna Kemper Zeitmagazine 23. JUNI 2015, 15:11 UHR)

Es geht mir um die Darstellung und Berichterstattung von Gewalttaten – sie ähnelt stark dem, was Gewalttäter_innen so an Erklärungen bereit halten, wenn sie sich selbst oder anderen erklären, was sie eigentlich getan haben. Nämlich nichts, gar nichts! Sie selbst haben – nichts – gemacht.

Ihre Hand ist ihnen ausgerutscht und zufällig im Gesicht des Gegenübers gelandet. Die Hände von diesen Menschen führen ein Eigenleben, völlig autark und ohne Kontrolle des Besitzers, schlagen sie, kneifen sie und schubsen andere Menschen und verletzen diese.

Dieses Verhalten dient alleine einem einzigen Zweck, nämlich die Verantwortung abzugeben. In diesem Fall der eigenen Hand, die sich selbständig gemacht hat. Oft ist aber auch der Gegenüber schuld; die Verantwortung für das eigene Tun dem anderen übertragen. Der, die hat provoziert, mich wütend gemacht, versteht nichts anderes u.s.w.

Und auch hört mann/frau Eltern sagen: „Eine auf den Hintern hat noch nie jemandem geschadet“ Oder “ Schade für die, die vorbei gegangen sind, bzw. wer nicht hören will, muß fühlen.“

Gewalt zerstört – macht die Seele kaput.

Legitimation der Täterarbeit

Auszug aus einem Artikel:

Täterarbeit ist Teil des Opferschutzes

Nach fast zehn Jahren Erfahrung in der Gewaltberatung wird deutlich, dass Täterarbeit zu einem wichtigen Baustein des Opferschutzes geworden. Das Opfer vor weiteren Gewalterfahrungen zu schützen, ist oberstes Ziel der Arbeit.  

Darüber hinaus gelingt es durch die annehmende und begleitende Haltung immer wieder, Männer zu befähigen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. So lernen sie, die Grenzen anderer zu respektieren und können die Gewalt beenden. Dadurch erfahren sie, wie lohnenswert es ist, ihr eigenes Potenzial für die Gestaltung und nicht für die Zerstörung von Beziehungen zu nutzen.

Wenn vor etlichen Jahren eine Reihe Männer angetreten sind, um Täterarbeit anzubieten, sahen sie sich nicht nur mit den eigentlichen Tätern konfrontiert, sondern auch mit den, in Opferberatungsstellen, tätigen Profis. Täterarbeit hiess damals und zum Teil auch heute noch, Arbeit mit gewalttätigen Männern. Unter Arbeit wurde verstanden, die gewaltätigen Männer überhaupt einmal in Beratung zu bringen, bzw. sie zu zwingen. Das Bild des gewalttätigen Menschen, heute, wie damals, ist das, überwiegend, eines Mannes, der einerseits therapieresistent ist und anderseits Beratung/Therapie grundsätzlich ablehnt. Aus dieser Haltung und Idee entstanden die Täterprogramme und die opferorientierte Tätertherapie. Der Mann war der Böse und musste bekämpft werden.

In solch einem Umfeld Täterarbeit anzubieten, war sehr fragwürdig und man(n) landete schnell selbst in der Täterecke. Man(n) ersann diesen Slogan, um die Täterarbeit saloonfähig zu machen und gesellschaftlich anerkannt und gefördert zu werden. Wahrscheinlich war das auch nötig, um überhaupt in die Gänge zu kommen und/oder die Initiatoren haben es damals so verstanden!?

Für mich klingt das in etwa so, als ob Täterarbeit nur gemacht werden darf, weil es dem Opfer hilft. Würde es das nicht tun, gäbe es keinen Grund oder keine Legitimation, Täterarbeit anzubieten.

Ich persönlich brauche diese Legitimation nicht, um mit Männern und Frauen an ihrem Gewaltproblem zu arbeiten. Für mich ist Täterarbeit, eine eigenständige Beratungs- und Therapieform, die Menschen hilft ihre Gewalt zu beenden. Gewalttäter_innen leiden unter ihren Taten und den daraus resultierenden Folgen. Also um auf die obenstehende Aussage zurück zukommen, heisst es nicht [Darüber hinaus gelingt es…], sondern es ist meine/unsere eigentliche Arbeit mit gewalttätigen Menschen, deren Selbstwahrnehmung in Gang zu setzen und zu schärfen, sie zu befähigen ihre Gefühle wahrzunehmen und oftmals eine Sprache zu entwickeln, um diese auszudrücken, nebst den obengenannten Zielen und Themen.

[ Das Opfer vor weiteren Gewalterfahrungen zu schützen, ist oberstes Ziel der Arbeit.]

Mein oberstes Ziel ist es, dem gewalttätigen Menschen die Verantwortung über sein zukünftiges Handeln zu belassen und die Veranwortungsübernahme für sein Tun zu fördern und ihm Handwerkzeug an die Hand zu geben, damit er das schafft.

Hier können sie den ganzen Artikel, bzw. das ganze Heft lesen:

http://www.bistum-muenster.de/downloads/Seelsorge/2014/20141124_US_Dez2014.pdf

Vielleicht äußert sich, die/der eine oder andere dazu!?

Gewalt gegen ältere Menschen

Gewalt in der Pflege; Gewalt gegen ältere Menschen.

Ein Thema, dem in den Ausbildungen( Altenpfleger_in und oder Krankenpfleger_in) keinerlei Zeit gewidmet wird und selten erwähnt wird. Gewalt gegen ältere Menschen findet sowohl im privaten, wie im professionellen Bereich statt.
Die Pflegenden sind überfordert, sei es aus persönlichen oder institutionellen Gründen. Ihre Achtsamkeit sich selbst gegenüber tendiert gegen Null – sie merken und fühlen wenig bis nichts und nehmen die täglichen Belastungen als gegeben hin. Ihre Aufmerksamkeit ist dagegen (fast) ausschliesslich bei den Anderen.
Sie empfinden sich als hilflos und ohnmächtig. „Ich kann nichts ändern, das System ist stärker, mir sind die Hände gebunden!“

Abschließend machen sie ihr Gegenüber für ihre Misere verantwortlich und bekämpfen, in diesem Fall, die alten Leute, deren Pflege mitunter sehr anspruchsvoll ist.

Das Video, welches mich zu diesem Posting verleitet hat, könnt ihr euch auf meiner fb- Seite PhaEmoPraxis Lëtzebuerg ansehen.

http://www.facebook.com/phaemopraxis.letzebuerg

Vergewaltigung, was ist das?

Wem soll mann/frau glauben? Mit dieser Fragestellung fängt das Dilemma bereits an und ich fürchte, es bleibt verworren und wir die Antwort schuldig.

Auf jeden Fall ist die/der Betroffene in der Beweisschuld; sie/er muss beweisen, dass … Und hier denken sich kluge Köpfe Kriterien aus, die vorliegen und beweisbar sein müssen, damit wie in diesem Falle, von Vergewaltigung geredet werden kann. Erst dann, kann geurteilt und Strafen verhängt werden. Oder auch nicht!

Ein Gewalttäter gibt die Verantwortung für die, von ihm ausgeübte, Gewalttat an das Opfer ab. Er tut dies vor der Tat, während der Tat und nach der Tat. Das Opfer seinerseits, nimmt diese Verantwortung an – sie/er denkt und fühlt sich schuldig. Zusätzlich zu den erlittenen körperlichen und seelischen Qualen, plagen die Betroffenen Schuldgefühle an der eigenen Not.

Um zumindest diese Qual zu lindern, wäre es dringend von Nöten, dass der Rechtsstaat diese Verschiebung und Verschleierung der Verantwortung für die Gewalttat klarstellt; nämlich zu dem Täter_in.

Das Sexualstrafrecht basiert auf Mythen

Sicht der Dinge

 

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Das Zitat von Tchich Naht Hanh, ein buddhistischer Mönch, spiegelt meine Haltung gegenüber gewalttätigen Menschen wieder.

Entgegen der weitläufigen Meinung, dass gewalttätige Menschen Gewalt ausüben um Macht zu erlangen, aufrecht zu erhalten oder auszubauen, erlebe ich diese Menschen, als Notleidende Wesen, die versuchen ihr Leid zu verringern.

Zugegeben, sie tun dies auf eine Art und Weise, die falsch und so mit nicht in Ordnung ist. Sie kränken und verletzen andere Menschen, die mit ihrem Leid und ihrer Not nichts zu tun haben. Auch ist klar, dass sie damit aufhören müssen. Diese Sichtweise dient der Herangehensweise  an Gewalttäter_innen um ihnen zu helfen ihre Gewalt zu beenden. Doch dazu ist es hilfreich Gewalttäter_innen zu verstehen.

Und das ist möglich. In dieser Haltung kann ich mit Täter_innen arbeiten und die mit mir. Dies ist unser Beitrag zur Befriedung der Welt.