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Ein Täter erklärt sich

Tathergang:

Ein Mann versetzt einer Frau einen Schlag mit der Hand. Der Vorfall wird gefilmt und im Nachhinein betrachtet der Mann das Video und kommentiert das Geschehen.

Fallanalyse:

 Nein, hab ich nicht gemacht.

Ich hab nicht geschubst.

Das würde ich nie machen.

Ich hab noch nie.

Ich habe sie in keinsterweise körperlich…

Er verneint die Tat.

Der lügt, ich habe sie geschlagen!

Er übernimmt Verantwortung und benennt seine Tat.

Das sind die Bohnen.

Bohnen verändern sozusagen die Hemmschwelle; die wird runtergesetzt.

Verantwortungsabgabe – er gibt die  zuvor, kurz, übernommene Verantwortung ab. Nicht er ist verantwortlich für sein Tun, sondern etwas ausserhalb von ihm, beeinflusst ihn. Er ist nicht Herr seiner Selbst.

Die Verantwortungsabgabe ist typisch für Gewalttäter und mit ihr verlieren sie ihre Handlungsfähigkeit. Bedingt durch die Sozialisation von uns Männern( coole u. harte Jungs) können wir einen solchen Zustand nur kurz aushalten, da wir gemäss dem gängigen Männerbild, schwach und ausgeliefert sind. Mit einem Schlag erlangt der Mann sein Handeln zurück. An seinem Handeln ist sein Gegenüber schuld, der das Ganze ja verursacht hat.  

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Fundstück in Sachen Verantwortungsabgabe

Lehrstück/film für PhaEmoberater_innen®- und Therapeut_innen®.

Das Phänomen wird verneint, geleugnet und umbenannt, geschönt und umschrieben.

Die anderen sind Schuld – Verantwortungsabgabe:

  • Die Anderen…
  • Die Umstände
  • Die Ernährung

Dann kurzandauerndes Erkennen und benennen der Realität:

“ …ich habe ihr auf die Schulter geschlagen.“

Dann erneutes Abtauchen in die selbstgestaltete Scheinwelt:

  • „Das sind die Bohnen“
  • „Bohnen verändern sozusagen die Hemmschwelle; die wird runter gesetzt“

Dann erneut Verantwortungsabgabe, Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen.

Hier in Wort und Bild:

http://www.clipfish.de/video/4043728/winfried-sieht-seine-schubsattacke-dschungelcamp-2014/