Schlagwort-Archive: Luxemburg

Ich ziehe um

Da sich meine berufliche Situation vor etwa einem Jahr schlagartig änderte, wurde mir ebenfalls klar, dass ich meine Fachpraxis für gewalttätige Menschen nicht weiter betreiben konnte, jedenfalls nicht am aktuellen Ort. Ein neuer Praxisraum war schnell gefunden(ich hatte riesiges Glück )und auch das Rundherum stimmte(Miete; Lage; Ausstattung)

Mit den neuen Räumlichkeiten war jedoch auch eine neue Betriebserlaubnis fällig und das dauerte. Ich verschone euch mit der ganzen Geschichte – es dauerte fast ein halbes Jahr bis der Besichtigungstermin stand. Der Termin war Vorgestern und es ist alles ok. Uff! Und den ersten Klienten habe ich auch bereits in den neuen Räumen empfangen.

Fotos folgen in Kürze.

http://www.gewaltberatungluxemburg.wordpress.com

 

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Gesetzeslage in Luxemburg

Was macht die Polizei, bzw. die Staatsanwaltschaft bei einer Anzeige von häuslicher Gewalt?

https://www.wort.lu/de/lokales/drei-verstoesse-und-du-bist-raus-5c266642182b657ad3b9cb4a

Überarbeitung meiner Seite

Ich, als absoluter Laie, in Sachen PC und Netz taste mich an dieses Medium nach der Versuch und Irrtum- Methode heran. Und das dauert seine Zeit bis etwas entsteht oder ein Upgrade erfolgt. Oh mann/frau!

Ausser mir wird, überraschende Weise, Hilfe zu Teil. So nun geschehen durch eine Netzbekannte, die mich sehr unterstützt hat.

Ich habe meine Seite überarbeitet, Schreibfehler ausgemerzt, Anreden korrigiert und einiges abgeändert.

Vielen Dank nochmal an dich für deine wertvollen Rückmeldungen. Euch anderen empfehle ich einen Besuch auf meiner Seite.

Danke.

Intervisionsgruppe

Unsere mehr oder weniger regionale Intervisionsgruppe gedeit und wächst. Vor etlichen Jahren bin ich als 4 Teilnehmer dazu gestoßen und seither treffen wir uns 4 – 5 x pro Jahr. Unser Entstehungsort ist Mainz und hauptsächlich treffen wird uns dort, aber nicht nur. In diesem Jahr, haben wir uns bei mir in Luxemburg getroffen. Gegen Ende des Jahres ist ein Treffen an der Mosel in der Gegend von BernKastelKues geplant.
Seit kurzem hat sich ein weiterer Kollege uns angeschlossen; wir sind nicht nur international unterwegs, nein, seit gestern konnten wir die erste Kollegin in unserer Mitte begrüßen. Nun sind wir auch genderkonform, auch wenn das Verhältnis noch Luft nach oben hat.

Wenn ich mir jetzt so anschaue, von wo, wir alle herkommen, muss ich den ersten Satz eher in überregionale Gruppe umbenennen. Bei unsen Treffen wird eines immer deutlich, wie nützlich und notwendig Vernetzung  und Austausch sind. Die immer wieder beschriebene Vereinsamung von Kolleg_innen, welche alleine und isoliert arbeiten müssen, zeugt davon. Ich persönlich könnte mir Gewalt/Täterarbeit ohne Bezugsgruppe nicht vorstellen.

Zahlen zur häuslichen Gewalt

Der jährliche Bericht über häusliche Gewalt liegt vor; eigentlich müsste mann/frau einschränkend sagen, über häusliche Gewalt aus dem Hellfeld.

Ebenfalls erlauben uns die Zahlen häusliche Gewalt differenzierter zu betrachten. Letztes Jahr wurden 242 Wegweisungen verfügt, die sich wie folgt aufteilen:

12x wurde ein gewalttätiges Kind weggewiesen, welches gegenüber einem Erwachsenen tätig wurde.

5x war dies für einen Erwachsenen gegenüber einem Kind, der Fall.

222x wurde ein Erwachsener gegenüber seinem Partner gewalttätig und wurde weggewiesen. In der Mehrzahl dieser Übergriffe war der Täter ein Mann.

Es bleibt anzumerken, dass diese Statistik 10% der Gewalttaten erfaßt. Über die Dunkelziffer, die logischerweise den höheren Anteil ausmacht, wird dagegen keine einzige Silbe verloren.

Hier detaillierter nachzulesen:

Bericht Häusliche Gewalt 2015

Was kostet Beratung?

Die wenigsten aus meinen Ausbildungsgruppen können mit einer reinen Beratertätigkeit ihren Lebensunterhalt finanzieren. Diejenigen,  welche Beratung, in privaten Praxen, anbieten, tun dies nebenberuflich. Sowie ich auch. Einige werden bezuschusst durch verschiedene Auftraggeber(z. B. Jugendamt; Justiz u.a.)

Die meisten sind auf sogenannte Selbstzahler angewiesen. Ich stelle jedoch oft fest, daß die Leute, die bei mir aufschlagen, sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden und mein Honorar nicht bezahlen können oder wollen.  Das Ende vom Lied ist, daß die Beratung nicht stattfindet und der Betreffende, wohl oder übel, weiterhin gewalttätig ist. Das bedeutet nicht zwangsläufig, daß diese Menschen beraterresistent sind oder Beratung grundsätzlich ablehnen.

Ich nehme 75.- € pro 45′. Den meisten ist das zuviel. Ich müsste meinen Tarif noch höher ansetzen, wenn ich all meine direkten und indirekten Kosten berücksichtigen würde.  Doch dann, hätte ich noch weniger Klienten, bzw. gar keine mehr.

Bedeutet dies nun, daß nur in den sogenannten sozialschwachen Gesellschaftsschichten, hinter den eigenen 4 Wänden, geschlagen wird!? Nein, dies ist nicht der Fall. Häusliche Gewalt ist ein Vergehen, welches in allen Schichten zahlenmäßig gleich ist.  Nun, warum finden diese Menschen den Weg in die Beratung nicht? Nun ich denke, ich kann diese Menschen nicht erreichen – sie wissen nicht, dass es mich gibt! Tja und Werbung kostet wiederum Geld.

Die Euline ist eine Hotline an die sich gewalttätige Menschen wenden können, wenn sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Die Telefonberater dieser Hotline verweisen auch an mich( PhaEmoPraxis Lëtzebuerg  ). Doch auch hier scheitert das Ganze am Geld. Oder kennen Sie die EULINE oder die Telefonnummer? Nein, sie kennen sie nicht! Damit dieser anonyme Zugangsweg funktionieren kann, muß er in der Bevölkerung bekannt sein und sie ahnen es bereits, das kostet Geld, welches der Träger dieser Hotline nicht hat.  Und ich auch nicht.

Ich bin etwas vom Thema abgekommen, aber dies war mir jetzt wichtig.