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Täterarbeit in Frankfurt

Meine Kollegin betreibt in Frankfurt ein Institut an dem sie, neben anderen Dingen, auch Täter(innen)beratung anbietet.

Hier ein kleiner Einblick:

www.linkedin.com/pulse/gewalt-passiert-nicht-ist-eine-entscheidung-sylvia-sophia-assmann

Sexualität und Gewalt

Heute interessiert mich eher der semantische Aspekt dieser Gewalt, als der Inhaltliche.

Sprechen wir von sexueller Gewalt oder von sexualisierter Gewalt!?

Vielleicht sagt der Eine oder Andere, das ist doch gleich. Die beiden Begriffe bedeuten doch das Gleiche.

Ja stimmt, die beiden Begriffe reden von den gleichen Dingen, von Sex und Gewalt.

Und doch möchte ich auf einen wesentlichen Aspekt aufmerksam machen.

Ich plädiere dafür ausschließlich den Begriff sexualisierte Gewalt zu benutzen.

Sexuelle Gewalt macht klar um was es geht, um Sex und Gewalt!

Sexualisierte Gewalt dagegen zeigt klar auf, dass eine Person die Gewalt sexualisiert und dafür die Verantwortung trägt. Nicht die Gewalt an sich ist sexuell, sondern sie wird sexuell gemacht.(Kavemann 1996)

Heynen (2000) benennt den Unterschied folgendermaßen: »Sexualisierte Gewalt betont primär, dass die Gewalt im Vordergrund steht und sexualisiert wird. Sexuelle Gewalt hebt im Vergleich zu physischer und psychischer Gewalt hervor, dass die Gewalt mit sexuellen Mitteln ausgeübt wird.

Sexualisierte Gewalt hat nichts mit Sex zu tun, sowenig wie eine VerGEWALTigung etwas mit Sex zu tun hätte. Sie hat etwas, wie der Name es bereits sagt, mit Gewalt.

Das interessante daran ist der Fingerzeig auf die Verantwortung, die derjenige trägt, der sexualisierte Gewalt ausübt. Das entspricht genau meinem Arbeitsansatzes – die Gewalt dort zu bekämpfen, wo sie entsteht – beim Täter_in.

(Teile dieses Postings entstammen einer Facharbeit, deren Quelle mir unbekannt ist)

Zahlen zur häuslichen Gewalt

Der jährliche Bericht über häusliche Gewalt liegt vor; eigentlich müsste mann/frau einschränkend sagen, über häusliche Gewalt aus dem Hellfeld.

Ebenfalls erlauben uns die Zahlen häusliche Gewalt differenzierter zu betrachten. Letztes Jahr wurden 242 Wegweisungen verfügt, die sich wie folgt aufteilen:

12x wurde ein gewalttätiges Kind weggewiesen, welches gegenüber einem Erwachsenen tätig wurde.

5x war dies für einen Erwachsenen gegenüber einem Kind, der Fall.

222x wurde ein Erwachsener gegenüber seinem Partner gewalttätig und wurde weggewiesen. In der Mehrzahl dieser Übergriffe war der Täter ein Mann.

Es bleibt anzumerken, dass diese Statistik 10% der Gewalttaten erfaßt. Über die Dunkelziffer, die logischerweise den höheren Anteil ausmacht, wird dagegen keine einzige Silbe verloren.

Hier detaillierter nachzulesen:

Bericht Häusliche Gewalt 2015

Eigene Webseite

Ich bin dabei mir eine  Webseite aufzubauen, die meine Arbeit darstellt und über die mich Menschen mit einem Gewaltproblem finden und sich über Gewaltberatung informieren können.

Ich bin im Grossraum Trier/Luxemburg tätig und ich bin leicht über die A1 zu erreichen.

Besucht meine Seite mal!

http://www.gewaltberatungluxemburg.wordpress.com

Sexuelle Gewalttäter

Tv- Beitrag auf 3SAT zum Thema Gewalt: Wie entsteht sie, kann mann/frau das Böse erkennen?

Täter ohne Reue

In der Traumaarbeit haben wir mittlerweile gelernt, dass exessives konfrontieren mit dem Trauma eher retraumatisierend ist, als hilfreich. Erst wenn Betroffene ausreichend stabilisiert sind, kann mann/frau, zwecks Integration, an die Konfrontation herangehen.

In der Arbeit mit sexuellen Gewalttätern verhält es sich ähnlich! Auch wenn die erzeugte Dynamik eine Andere ist.

Konfrontiert mann/frau diese Täter mit ihren Taten, lässt sie erzählen, oft bis ins kleinste Detail, immer wieder mit der Absicht ihnen ihre Taten vor Augen zuführen, vielleicht um Empathie für ihre Opfer zu erzeugen, passiert im Innern des Täters etwas ganz anderes. Vor ihrem geistigen Auge erleben diese Menschen ihre Tat von neuem und auch die dazu gehörenden Gefühle. Es ist, als würden sie erneut tätig.

In dem Beitrag gibt es eine Szene mit einem Tagebuch eines Täters, welches dies sehr gut dokumentiert.

Der Beitrag spart Frauengewalt komplett aus und einige Thesen weisen daraufhin, dass Gewalt doch männlich ist. Unsere täglichen Erfahrungen mit unserer Klientel zeichnen ein anderes Bild.

Die Sehnsucht des Menschen die Gewalt zu erkennen, am Besten bereits im Vorfeld, dem Bösen ein Gesicht zu geben ist gross und verständlich. Doch wir vergessen eins, bzw. sind uns dessen nicht bewusst, ein Täter ist nicht nur Täter, 24/24 und 7/7, sondern auch Arbeitskollege, Nachbar, Partner, Polizist, Trainer oder Vater, Mutter und Lehrerin oder Ärztin.

Legitimation der Täterarbeit

Auszug aus einem Artikel:

Täterarbeit ist Teil des Opferschutzes

Nach fast zehn Jahren Erfahrung in der Gewaltberatung wird deutlich, dass Täterarbeit zu einem wichtigen Baustein des Opferschutzes geworden. Das Opfer vor weiteren Gewalterfahrungen zu schützen, ist oberstes Ziel der Arbeit.  

Darüber hinaus gelingt es durch die annehmende und begleitende Haltung immer wieder, Männer zu befähigen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. So lernen sie, die Grenzen anderer zu respektieren und können die Gewalt beenden. Dadurch erfahren sie, wie lohnenswert es ist, ihr eigenes Potenzial für die Gestaltung und nicht für die Zerstörung von Beziehungen zu nutzen.

Wenn vor etlichen Jahren eine Reihe Männer angetreten sind, um Täterarbeit anzubieten, sahen sie sich nicht nur mit den eigentlichen Tätern konfrontiert, sondern auch mit den, in Opferberatungsstellen, tätigen Profis. Täterarbeit hiess damals und zum Teil auch heute noch, Arbeit mit gewalttätigen Männern. Unter Arbeit wurde verstanden, die gewaltätigen Männer überhaupt einmal in Beratung zu bringen, bzw. sie zu zwingen. Das Bild des gewalttätigen Menschen, heute, wie damals, ist das, überwiegend, eines Mannes, der einerseits therapieresistent ist und anderseits Beratung/Therapie grundsätzlich ablehnt. Aus dieser Haltung und Idee entstanden die Täterprogramme und die opferorientierte Tätertherapie. Der Mann war der Böse und musste bekämpft werden.

In solch einem Umfeld Täterarbeit anzubieten, war sehr fragwürdig und man(n) landete schnell selbst in der Täterecke. Man(n) ersann diesen Slogan, um die Täterarbeit saloonfähig zu machen und gesellschaftlich anerkannt und gefördert zu werden. Wahrscheinlich war das auch nötig, um überhaupt in die Gänge zu kommen und/oder die Initiatoren haben es damals so verstanden!?

Für mich klingt das in etwa so, als ob Täterarbeit nur gemacht werden darf, weil es dem Opfer hilft. Würde es das nicht tun, gäbe es keinen Grund oder keine Legitimation, Täterarbeit anzubieten.

Ich persönlich brauche diese Legitimation nicht, um mit Männern und Frauen an ihrem Gewaltproblem zu arbeiten. Für mich ist Täterarbeit, eine eigenständige Beratungs- und Therapieform, die Menschen hilft ihre Gewalt zu beenden. Gewalttäter_innen leiden unter ihren Taten und den daraus resultierenden Folgen. Also um auf die obenstehende Aussage zurück zukommen, heisst es nicht [Darüber hinaus gelingt es…], sondern es ist meine/unsere eigentliche Arbeit mit gewalttätigen Menschen, deren Selbstwahrnehmung in Gang zu setzen und zu schärfen, sie zu befähigen ihre Gefühle wahrzunehmen und oftmals eine Sprache zu entwickeln, um diese auszudrücken, nebst den obengenannten Zielen und Themen.

[ Das Opfer vor weiteren Gewalterfahrungen zu schützen, ist oberstes Ziel der Arbeit.]

Mein oberstes Ziel ist es, dem gewalttätigen Menschen die Verantwortung über sein zukünftiges Handeln zu belassen und die Veranwortungsübernahme für sein Tun zu fördern und ihm Handwerkzeug an die Hand zu geben, damit er das schafft.

Hier können sie den ganzen Artikel, bzw. das ganze Heft lesen:

http://www.bistum-muenster.de/downloads/Seelsorge/2014/20141124_US_Dez2014.pdf

Vielleicht äußert sich, die/der eine oder andere dazu!?